EU-Verordnung Brüssel erhebt ab sofort Zölle auf Billigreifen

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Die EU schiebt Billigreifen einen Riegel vor und erhebt nun Zölle auf Produkte mit Produktionsort China. Der Spitzensatz beträgt 45,3 Prozent und dürfte den Markt für Billigreifen deutlich beeinflussen.

Zodo Tire (hier auf der Fachmesse The Tire Cologne) ist einer der chinesischen Hersteller, die an der EU-Untersuchung mitgewirkt haben. Für sie beträgt der Zollsatz 24,4 Prozent.(Bild:  Rosenow – VCG)
Zodo Tire (hier auf der Fachmesse The Tire Cologne) ist einer der chinesischen Hersteller, die an der EU-Untersuchung mitgewirkt haben. Für sie beträgt der Zollsatz 24,4 Prozent.
(Bild: Rosenow – VCG)

Schluss mit Billigreifen aus China. Die EU führt ab sofort (8. Juli 2026) Antidumpingzölle auf Pkw- und Transporterreifen aus China ein. Veröffentlicht wurde die Regelung am 6. Juli innerhalb der Durchführungsverordnung (EU) 2026/1540 7im Amtsblatt der Europäischen Union.

Betroffen sind neue Reifen für Pkw, Busse und leichte Nutzfahrzeuge. Mit der Entscheidung beendet die EU-Kommission ihre Untersuchung zu möglichen Wettbewerbsverzerrungen durch besonders günstige Importe aus China.

Zölle bis zu über 40 Prozent

Wie hoch der Zoll ausfällt, hängt vom Hersteller ab. Für die chinesischen Werke der Hankook-Gruppe werden 7,4 Prozent fällig. Unternehmen, die in der Untersuchung mitgewirkt haben, zahlen 24,4 Prozent – diese Unternehmen sind in der Durchführungsverordnung (EU) 2026/1540 aufgeführt. Für die Shandong Yongsheng Rubber Group Co., Ltd sowie für alle übrigen Anbieter liegt der Satz bei 45,3 Prozent.

Parallel prüft die EU weitere Maßnahmen: Ein Antisubventionsverfahren läuft bereits, eine Entscheidung dazu steht noch aus.

Spürbar sind die Folgen vor allem im günstigen Reifensegment. Nach Angaben der „Coalition Against Unfair Tyre Imports“ stammen mehr als 90 Prozent der chinesischen Importe aus dem sogenannten „Tier-3“-Bereich. Genau dieses Segment sieht die Kommission als Hauptursache für wirtschaftliche Nachteile in Europa. Entsprechend dürfte sich das Angebot in diesem Bereich deutlich verändern.

Händler müssen neu kalkulieren

Für Importeure und Händler bedeutet das vor allem mehr Aufwand und neue Kalkulationen. Wichtig ist ein klarer Nachweis, von welchem Hersteller die Reifen stammen – sonst kann automatisch der höchste Zollsatz greifen. Gleichzeitig geraten die Preise unter Druck: Aufschläge von 24 bis 45 Prozent lassen sich im Niedrigpreissegment oft nur an die Kunden weitergeben.

Auch mögliche Umgehungen bleiben im Fokus der Behörden. Wird die Produktion in andere Länder verlagert, kann die EU nachträglich prüfen und eingreifen.

Rückwirkende Zölle wird es laut Verordnung nicht geben. Die Liste der Unternehmen mit einem Zollsatz von 24,4 Prozent kann jedoch noch erweitert werden. Hersteller können eine Aufnahme beantragen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.

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