Concours of Elegance Germany Ist Selbstzertifizierung ernstzunehmen?

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 2 min Lesedauer

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Der Veranstalter des Concours of Elegance Germany scheint dazugelernt zu haben, zumindest in einem Punkt. Ein anderer bisheriger Kritikpunkt blieb unverändert: Qualität und Seltenheit zahlreicher Fahrzeuge passen nicht zur primitiven Vorgehensweise bei der Vergabe der Auszeichnungen und Trophäen.

Best of Show am Tegernsee: Horch 855 Special Roadster aus dem Jahr 1939, eingekleidet beim Dresdener Karosseriebauer Gläser. Angeblich das einzige erhalten gebliebene Exemplar von fünf bis sieben gefertigten Fahrzeugen.(Bild:  Peter Diehl)
Best of Show am Tegernsee: Horch 855 Special Roadster aus dem Jahr 1939, eingekleidet beim Dresdener Karosseriebauer Gläser. Angeblich das einzige erhalten gebliebene Exemplar von fünf bis sieben gefertigten Fahrzeugen.
(Bild: Peter Diehl)

Das erste Wochenende im Juli war der Termin des dritten Concours of Elegance Germany. Der Ableger des Concours of Elegance at Hampton Court Palace in London findet seit 2024 im Gut Kaltenbrunn am Nordufer des Tegernsees statt. Veranstalter ist Thorough Events Germany.

Während die Veranstaltungen der Jahre 2024 und 2025 bereits bezüglich ihrer Organisation kritikwürdig waren, ist diesmal ein Lob fällig, insbesondere wegen der endlich in ausreichender Zahl in unmittelbarer Veranstaltungsnähe eingerichteten Parkplätze. Leider wurde der Fuß- und Radweg zwischen den Parkplätzen und dem Gut Kaltenbrunn am Sonntag nicht nur von Veranstaltungsteilnehmern, Wanderern und Radfahrern genutzt, sondern war zeitgleich auch als Laufstrecke einer Sportveranstaltung angelegt. Das resultierende Chaos kann dem Concours-Veranstalter jedoch nicht angelastet werden.

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Kritikwürdig bleibt das Vergabekonzept der Auszeichnungen und Trophäen. Auf der Website www.concoursofelegancegermany.com ist von einem „von den Fahrzeugeigentümern geführten Bewertungsprozess“ die Rede. Weiter: „Anders als bei klassischen Concours-Veranstaltungen, bei denen eine Jury entscheidet, wählen bei uns die Teilnehmer selbst das Best-of-Show-Fahrzeug.“ Auf gut Deutsch: Interessierte Laien urteilen selbst über ihre Fahrzeuge.

Eine verbastelte Elektrik oder historisch nicht korrektes Lackmaterial beispielsweise wird von interessierten Laien nur selten erkannt. Sich dabei auf Schriftliches von Sachverständigen zu berufen, ist in der Regel ein sinnloses Unterfangen, weil beide Gewerke erfahrungsgemäß die Hauptdefizitgebiete in Wertgutachten darstellen. Wie ernst kann man also eine Entscheidung nehmen, deren Entscheider man nicht ernst nehmen kann?

„Wer könnte die Exzellenz eines Fahrzeugs besser beurteilen als jene, die sie selbst mit Hingabe erhalten und bewahren?“, lautet ein weiteres Zitat der Veranstaltungs-Website. Die Antwort ist ebenso einfach wie kurz: Fachleute der Baureihen und Gewerke. Doch die sind weder unter den Fahrzeugbesitzern noch unter den Mitgliedern des sogenannten Steering Committees, die ebenfalls jeweils eine Stimme haben, zu entdecken.

Dem Veranstalter ist anzuraten, sich an der Classic Gala Schwetzingen zu orientieren. Deren Concours d'Elegance sollte eigentlich Concours d'Authenticité heißen, weil es bei der Beurteilung der Fahrzeuge mehr um Authentizität als um Eleganz geht und Authentizität einen Großteil automobilhistorischer Exzellenz ausmacht.

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