AU-Messgeräte Bundesrat bestätigt Abschaffung der Doppelprüfung

Autor / Redakteur: Nick Luhmann / Doris Pfaff

Der Bundesrat hat am Freitag die Abschaffung der Doppelprüfung bei Abgasmessgeräten bestätigt. Das hatte das Kfz-Gewerbe seit vielen Jahren gefordert. Der Wegfall der Eichpflicht tritt erst in Kraft, wenn die Änderung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht ist.

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Zukünftig müssen AU-Werkstätten ihre Messgeräte nicht mehr eichen und kalibrieren, sondern nur noch kalibrieren lassen.
Zukünftig müssen AU-Werkstätten ihre Messgeräte nicht mehr eichen und kalibrieren, sondern nur noch kalibrieren lassen.
(Bild: Promotor/Volz)

Wer bislang eine Abgasuntersuchung (AU) ordnungsgemäß durchführen will, muss dafür Messgeräte einsetzen, die fristgerecht von der zuständigen Eichbehörde geeicht und zusätzlich von einem akkreditierten Kalibrierlabor kalibriert sind. Mit dem nun vorliegenden Bundesratsbeschluss entfällt die jährliche Eichung der Abgasmessgeräte für anerkannte AU-Werkstätten. Durch die neue Verordnung werden die rund 35.000 anerkannten AU-Werkstätten deutlich entlastet.

Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), freut sich über die Entscheidung: „Das Ende der Doppelprüfung von Messgeräten für die Abgasuntersuchung ist nun besiegelt. Die geänderte Mess- und Eichverordnung ist ein wichtiger Beitrag zur Entbürokratisierung und zur Kostensenkung in den Kfz-Betrieben. Dieser Erfolg ist auch das Ergebnis jahrelanger intensiver politischer Verbandsarbeit.“

Bislang 9,4 Millionen Euro Mehrbelastung

In den anerkannten AU-Werkstätten müssen bisher nach ZDK-Angaben 65.000 bis 70.000 Messgeräte geeicht und kalibriert werden. Hinzu kommen rund 30.000 Messgeräte in Technischen Prüfstellen und bei den Überwachungsorganisationen. Laut einer ZDK-Berechnung führt dies zu einer Mehrbelastung von mindestens 9,4 Millionen Euro bei allen berechtigten Untersuchungsstellen.

Nach der Veröffentlichung der Änderungsverordnung im Bundesgesetzblatt wird für alle Abgasmessgeräte eine „Verwendungsausnahme“ in der Mess- und Eichverordnung geschaffen, wodurch die bisherige Doppelprüfung für Abgasmessgeräte entfällt. Damit ist nur noch eine regelmäßige Kalibrierung der Viergas- beziehungsweise Trübungsmessgeräte und der Partikelanzahlmessgeräte nachzuweisen. Anerkannte AU-Werkstätten brauchen dann bei der Verwendung von Abgasmessgeräten keine eichrechtlichen Bestimmungen mehr zu beachten, so der ZDK.

Die Verwendung soll sich zukünftig ausschließlich nach den Vorschriften des Straßenverkehrsrechts richten. Lediglich der Verkauf der Abgasmessgeräte richtet sich weiterhin nach dem Mess- und Eichrecht (Ersteichung; PTB-/CE-Kennzeichnung).

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