BVSK-Honorarbefragung schafft Rechtssicherheit

Autor / Redakteur: autorechtaktuell.de / Jens Rehberg

Die Frage der erforderlichen Sachverständigenkosten ist nach wie vor bei der Regulierung von Unfallschäden ein Streitthema und kaum eine Sachverständigenrechnung bleibt ungekürzt. Dabei wird von den meisten Gerichten die BVSK-Honorabefragung als Schätzgrundlage anerkannt.

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(Foto: Wenz / »kfz-betrieb«)

Das Amtsgericht (AG) Neustadt an der Aisch hat die Tauglichkeit der der BVSK-Honorarbefragung als Grundlage zur Ermittlung von Gutachterkosten erneut bestätigt (AG Neustadt an der Aisch, Urteil vom 27.3.2018, AZ: 2 C 486/16). Dabei schafft die Honorarbefragung Rechtssicherheit und wird von den Gerichten auch als im Rahmen von § 287 ZPO geeignete Schätzgrundlage anerkannt.

Im verhandelten fall macht der Kläger vor dem AG Neustadt/Aisch restlichen Schadenersatz aus einem Verkehrsunfall vom 12.3.2016 geltend. Die Eintrittspflichtigkeit des verklagten Unfallgegners dem Grunde nach stand fest.

Auf Schädigerseite wurden allerdings die dem Kläger seitens des Sachverständigenbüros berechneten Kosten für das Gutachten gekürzt. Von den geforderten 516,70 Euro bezahlte der Beklagte lediglich 429,59 Euro.

In dem Rechtsstreit verkündete der Kläger dem Sachverständigenbüro den Streit, woraufhin dieses dem Verfahren beitrat. Das AG Neustadt bestätigte in dieser nicht mehr berufungsfähigen Entscheidung die in Rechnung gestellten Sachverständigenkosten überwiegend.

Das AG Neustadt führte hierzu aus, dass sich aus der BVSK-Honorarbefragung 2015 als Schätzgrundlage ein Grundhonorar in Höhe von 376 Euro ergäbe. Das Gericht bestätigt die Repräsentativität dieser Studie und verwies darauf, dass sich an der Erhebung des BVSK 50 Prozent bis 60 Prozent der Mitglieder beteiligten.

Bei der Beurteilung maßgeblich sei, insbesondere auch unter Berücksichtigung des Grundsatzes, dass der Geschädigte nicht zur Marktforschung verpflichtet sei, der höchste Wert der BVSK-Honorarbefragung. Dies sei der Wert HB-III, der den Betrag wiederspiegele, unterhalb dessen 95 Prozent der Erhebungsteilnehmer ihr Honorar berechneten.

Auch bezüglich der Nebenkosten zog das Gericht die BVSK-Honorarbefragung heran. Im konkreten Fall sei der Sachverständige berechtigt gewesen, fünf Fotos in Rechnung zu stellen. Die Anzahl der zu fertigenden Fotos sei eine Frage des konkreten Schadenfalls und stehe zumindest in gewissem Maße im Ermessen des Sachverständigen. 12 – 15 Lichtbilder pro Fotosatz seien üblich. Für den ersten Fotosatz seien dann pro Lichtbild 2 Euro in Ansatz zu bringen. Eine Porto-/Telefonpauschale in Höhe von 15 Euro sei angemessen.

Somit bestätigte das AG Neustadt erforderliche Sachverständigenkosten in Höhe von 477,19 Euro, sodass dahingehend die Klage überwiegend erfolgreich war.

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