Mehr als jeder vierte Neuwagen fährt inzwischen rein elektrisch – die Zuschüsse für BEV machen sich in der Neuwagenbilanz immer deutlicher bemerkbar. Das zeigt sich auch im CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte.
Im Juni ist die Zahl der Neuwagen-Auslieferungen um fast 16 Prozent gestiegen.
(Bild: Grimm – VCG)
Der Neuwagenmarkt hat im Juni einen großen Sprung gemacht. Wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht, kamen im zurückliegenden Monat 296.378 Neuwagen auf die deutschen Straßen. Das waren 15,7 Prozent mehr als im Juni des Vorjahres.
Es ist der zweite große Absatzsprung in diesem Jahr. Bereits im März war die Zahl der Neuzulassungen in der gleichen Größenordnung gestiegen – um 16 Prozent. Im Ergebnis hat der Neuwagenmarkt damit im ersten Halbjahr spürbar zugelegt: um 5,8 Prozent auf 1.484.393 Einheiten.
Einig sind sich Verbände und Marktbeobachter, dass das Absatzplus insbesondere auf das wachsende Interesse an batterieelektrischen Fahrzeugen zurückzuführen ist. „Die Elektromobilität entwickelt sich zunehmend zu einem tragenden Segment des Neuwagengeschäfts“, sagte Thomas Peckruhn, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Die Gründe seien vielschichtig, beginnend mit der staatlichen Förderung über die hohen Benzin- und Dieselpreise bis hin zum breiteren Angebot an günstigen E-Modellen.
Insbesondere scheint die staatliche Förderung von BEV- und PHEV-Fahrzeugen in der Breite der Bevölkerung anzukommen und genutzt zu werden. Laut dem mit der Auszahlung der Förderung beauftragten Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) haben Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 45.000 Euro fast die Hälfte der bislang 72.000 registrierten Anträge gestellt.
Private Elektro-Nachfrage gewinnt an Dynamik
„Die anfängliche Zurückhaltung vieler Kundinnen und Kunden gegenüber der Elektromobilität ist einer wachsenden Offenheit und konkreten Kaufbereitschaft gewichen“, sagte Thomas Peckruhn. Imelda Labbé, Präsidentin des Importeursverbands VDIK, sieht die Tendenz ebenfalls positiv: „Das Marktwachstum wurde durch die zunehmende Nachfrage nach BEV gefördert und schafft Potenzial für einen Gesamtmarkt in der Nähe von 3,0 Millionen Fahrzeugen.“
Im Juni wurden 84.057 vollelektrische Fahrzeuge neu zugelassen – das sind 78,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der BEV-Anteil der Pkw-Neuzulassungen stieg im Jahresvergleich um zehn Prozentpunkte auf 28,4 Prozent (Juni 2025: 18,4 Prozent). Inklusive des 10,9-Prozent-Anteils der PHEV (32.212 Einheiten) hatten im Juni fast 40 Prozent aller neu zugelassenen Pkw einen Stecker.
Im gesamten ersten Halbjahr wurden 368.006 BEV ausgeliefert, das waren 48,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ihr Marktanteil erreichte über die ersten sechs Monate hinweg 24,8 Prozent. Die Zahl der PHEV summierte sich im gleichen Zeitraum auf 163.793 Einheiten, der kumulierte Marktanteil lag bei 11,0 Prozent. Die Zahl der neu zugelassenen Steckerfahrzeuge summierte sich von Januar bis Juni auf 531.799 Einheiten.
Ohne Subventionen droht ein Einbruch
Für Constantin Gall, Mobilitätsexperte der Unternehmensberatung EY, bleibt die Entwicklung jedoch weiterhin fragwürdig. Er sieht in erster Linie „ein steuerfinanziertes Marktwachstum“ durch den staatlichen Zuschuss und vermutet, dass die Elektrokäufe wieder einbrechen, wenn der Fördertopf geleert ist. Zudem kritisiert er, dass vor allem Hersteller aus dem Ausland von der Subvention profitieren – „allen voran chinesische Marken“. Die bislang relevanten Fabrikate BYD, Geely, Leapmotor, MG und Xpeng hatten im Juni einen Marktanteil von 4,6 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf kommen diese Fabrikate auf 3,5 Prozent Marktanteil.
Weiter auf Erholungskurs ist der Elektropionier Tesla. Die US-Marke steigerte ihre Verkäufe in Deutschland im Juni um 318 Prozent auf 7.768 Einheiten. Der Marktanteil liegt bei 2,6 Prozent (Halbjahr: 1,9 %). Auch andere kleine Elektro-Importeure legten zu. „Wir finanzieren gerade mit Steuergeldern das Wachstum ausländischer E-Auto-Marken auf dem deutschen Absatzmarkt“, kommentierte Gall die Entwicklung. Für ihn liegt das Problem in den fehlenden günstigen Elektromodellen deutscher Hersteller.
Ungebremst auf Wachstumskurs ist weiterhin Skoda – immerhin eine Marke des deutschen Volkswagenkonzerns. Die Tschechen steigerten ihre Auslieferungen im Juni um 23,5 Prozent auf knapp 25.000 Einheiten. Mit diesem Ergebnis und einem Marktanteil von 8,6 Prozent (128.218 Einheiten) schoben sich die Tschechen erstmals in einer Halbjahresbilanz auf Platz zwei im Ranking der verkaufstärksten Fabrikate – vor BMW (126.766) und Mercedes (125.960).
Stand: 08.12.2025
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Der durchschnittliche CO2-Ausstoß ging im Juni um 13,6 Prozent zurück und betrug 92,6 g/km, der durchschnittliche CO2-Ausstoß nach Abschluss des ersten Halbjahrs lag mit 98,4 g/km 10,3 Prozent unterhalb des Vergleichswertes des ersten Halbjahrs 2025.