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Byton führt Gespräche mit Händlern

| Autor: Christoph Seyerlein

Bislang hatte Byton stets betont, voll auf den Direktvertrieb setzen zu wollen. Nun hat das Startup aber offenbar festgestellt, dass es gerade in Europa ohne Unterstützung von außen mit dem angepeilten Marktstart 2020 kompliziert werden könnte.

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Byton eröffnet am 20. Januar seinen weltweit ersten „Place“ in Shanghai.
Byton eröffnet am 20. Januar seinen weltweit ersten „Place“ in Shanghai.
(Bild: Byton)

2020 will Byton sein erstes Auto in Europa auf den Markt bringen, in China soll es schon früher losgehen. Nun arbeitet das Elektro-Startup daran, Interessenten die eigene Marke näher zu bringen. In Shanghai eröffnet am Sonntag, 20. Januar, der erste sogenannte „Byton Place“. Gleichzeitig gab das Unternehmen am Freitag neue Details bekannt, wie es sich das eigene Vertriebsmodell in Zukunft vorstellt.

Bislang hatte Byton-Chef Carsten Breitfeld stets betont, voll auf den Direktvertrieb setzen zu wollen. Jenes Modell soll auch weiterhin im Fokus stehen – ganz so sicher, es gerade in Europa ohne Unterstützung von außen zu schaffen, ist man sich bei dem Startup aber offenbar nicht mehr. Und so befindet sich die Marke aktuell in Gesprächen mit potenziellen Partnern, zu denen auch Händler zählen, wie ein Byton-Sprecher auf Nachfrage von »kfz-betrieb« bestätigte.

„Wenn wir tatsächlich 2020 in Europa starten wollen, müssen wir jetzt schnell ein Vertriebs- und Servicenetz aufziehen“, erklärte der Sprecher. Dabei verwies er darauf, dass der europäische Markt sehr komplex sei, es werde nicht die eine Lösung für den gesamten Kontinent geben: „Unser Ziel ist volle Flexibilität.“ Konkret plant Byton, die eigenen Places mit „Partner Stores“ zu ergänzen.

Denkbar könnten etwa Agentur-Modelle und Store-in-Store-Lösungen sein. Denn eines ist dem chinesischen Unternehmen wichtig: Das Kundenerlebnis soll sich in den Partner Stores nicht von dem in den firmeneigenen Läden unterscheiden. Zudem will der Hersteller „stets der einzige Vertragspartner für den Kunden“ sein, wie Byton in einer Mitteilung betonte. Selbst bezeichnet die Marke das als „hybrides Direktvertriebsmodell“.

2020 will Byton auch in Europa Läden eröffnen

Beim „reinen“ Direktvertrieb setzt Byton auf einen Mix aus Online-Kanälen wie der eigenen App, Website, We-Chat und einem Call-Center sowie Offline-Angeboten wie den Byton Places und eigenen Service Centern. Die Places sollen dabei zu „Erlebniszentren“ für die Kunden werden, in denen später auch Leistungen wie vertriebsnahe Dienstleistungen, Fahrzeugauslieferungen und Aftersales-Angebote ihren Platz finden werden. In den Service Centern soll es dagegen allein um die Fahrzeugauslieferung und das Aftersales-Geschäft gehen.

Im ersten Byton Place in Shanghai wird es vorerst noch keine Fahrzeuge zu kaufen geben. Zunächst geht es Byton darum, einen „einfachen Zugang zur Marke“ zu schaffen und mit potenziellen Kunden direkt in Kontakt zu treten. Der Laden besteht aus vier „Funktionszonen“: Welcome Experience, Product Experience, Lounge und Forum. Unter anderem können Interessenten sich mit dem Bedienkonzept der Marke an einem 48-Zoll-Display vertraut machen, das so auch in den Autos in Serie gehen soll. Daneben setzt Byton unter anderem auf Augmented- und Virtual-Reality-Simulatoren. Im Lounge- und Forumsbereich können sich die Gäste persönlich mit Ingenieuren und Designern des Herstellers austauschen. Die Kundenbetreuung übernehmen nach Firmenangaben in Shanghai 14 sogenannte „Byton Companions“.

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Weitere Places sind bereits geplant, der zweite soll Mitte 2019 im chinesischen Chongqing eröffnen. Bis Ende 2019 will Byton dann bis zu 30 Läden in China am Netz haben. Dabei konzentriert sich die Marke auf Metropolen und Großstädte wie Peking, Shanghai, Guangzhou, Shenzhen, Nanjing, Hangzhou oder Chengdu. Die ersten Byton Places in Nordamerika und Europa sollen dann 2020 folgen.

Byton-Chef Carsten Breitfeld bezeichnete die bevorstehende Eröffnung des Ladens in Shanghai als wichtigen Schritt. „Wir arbeiten stetig am Produkt, in der Produktion sowie an unserem Vertriebs- und Servicenetz, um den Byton M-Byte Ende 2019 in Serie produzieren und ausliefern zu können“, sagte er. Aktuell ist das Startup mit rund 100 Fahrzeugen auf Teststrecken unterwegs.

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