Autoglas Carglass wird durch ATU zum absoluten Autoglasriesen

Autor / Redakteur: Jakob Schreiner / Jakob Schreiner

Ab dem 1. Juni repariert die Werkstattkette selbst keine Glasschäden mehr. Das übernehmen künftig die Kölner Glasspezialisten, die den gesamten Geschäftsbereich gekauft haben. Damit dürfte sich Carglass jetzt rund 40 Prozent des milliardenschweren Autoglasgeschäfts gesichert haben.

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An Carglass führt in Sachen Autoglasreparatur kaum noch ein Weg vorbei. Mit dem Erwerb des ATU-Geschäftsbereichs baut das Kölner Unternehmen seine Marktmacht weiter aus.
An Carglass führt in Sachen Autoglasreparatur kaum noch ein Weg vorbei. Mit dem Erwerb des ATU-Geschäftsbereichs baut das Kölner Unternehmen seine Marktmacht weiter aus.
(Bild: ATU)

Nachdem das Bundeskartellamt dem Erwerb des Autoglasgeschäfts von ATU durch Carglass im Dezember zugestimmt hat, beginnt nun die selbst ernannte Kooperation beider Unternehmen. Ab dem 1. Juni 2021 übernimmt dabei der Autoglasriese das Glasgeschäft der Werkstattkette, teilte ATU am Montag mit. Carglass avanciert mit der Übernahme zur unangefochtenen Nummer eins im Autoglasgeschäft.

Carglass will künftig in 30 ATU-Filialen selbst präsent sein und dort Arbeitsplätze für die Glasreparatur anmieten. Der weitaus größere Teil der Glasschäden soll aber über die übrigen rund 500 ATU-Filialen an den nächsten Carglass-Standort vermittelt werden. Diese seien meistens „nur wenige Minuten“ von einer ATU-Filiale entfernt, heißt es in der Mitteilung. Der Glasspezialist ist in Deutschland mit rund 350 sogenannten „Servicecentern“ vertreten.

Nach Ansicht beider Unternehmen sollen vor allem die Kunden davon profitieren. Schließlich stehe ihnen dann die „Expertise der zwei herstellerunabhängigen Kfz-Spezialisten“ zur Verfügung. Darüber hinaus erhoffen sich beide Unternehmen, neue Kundengruppen zu erschließen, die man sich im im Idealfall künftig gegenseitig zuschustern möchte.

Entdeckt der ATU-Monteur einen Glasschaden, schickt er ihn zu Carglass. Und der Glasmonteur soll anhand einer Checkliste „sicherheitsrelevante Schäden“ feststellen und den Kunden dann im Fall der Fälle „eine kurzfristige Terminvereinbarung“ bei ATU ermöglichen.

Carglass-Übermacht wächst weiter

Mit dem Erwerb des ATU-Glasgeschäfts baut Carglass seine ohnehin bereits starke Marktposition im deutschen Autoglasgeschäft noch mal deutlich aus. Das legt eine Vuma-Studie aus dem Jahr 2020 nahe. Rund ein Drittel der Personen (32,8), die schon einmal einen Glasschaden am Pkw hatten, haben die letzte Glasschadenreparatur bei Carglass durchführen lassen. Hinzu dürften jetzt die rund 8,7 Prozent kommen, die ihren Glasschaden laut der Befragung bei ATU reparieren ließen. In Deutschland gibt es jedes Jahr über etwa zwei Millionen Glasschäden. Die Reparatur dieser kostet die Versicherer jährlich über 1,1 Milliarden Euro.

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