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Carsharing: Teilen will Weile haben

| Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Die Zahl der Carsharing-Nutzer steigt weiter. In den Großstädten sind die Reviere abgesteckt, in den kleineren Städten und Gemeinden ist indes noch Platz für neue Anbieter. Doch lohnt sich das Geschäftsmodell für einen Autohändler überhaupt?

Beresa hat mit Wuddi eine eigenständige Carsharing-Gesellschaft gegründet.
Beresa hat mit Wuddi eine eigenständige Carsharing-Gesellschaft gegründet.
(Bild: Wuddi)

An einem sonnigen Tag im August 2018 hatte das Nissan- und Jeep-Autohaus Jakob mit der Übergabe eines Nissan-Micra-Schlüssels an den Petersberger Bürgermeister seinen Einstieg ins Carsharing offiziell besiegelt. Der Plan war, im ersten Schritt drei Fahrzeuge an strategisch günstig gelegenen Standorten zur platzieren. Der erste Standort war mit einer Tiefgarage in unmittelbarer Nähe des Petersberger Rathauses schnell gefunden. Vor allem die städtischen Angestellten waren froh, endlich ein Poolauto zu haben. Die Auslastung entwickelte sich gut. Doch dann folgte das böse Erwachen: „Der Landkreis Fulda hat uns bei der Bereitstellung von öffentlichen Stellplätzen für unsere beiden anderen Carsharing-Autos leider nicht unterstützt“, erzählt Benjamin Jakob. Die Folge: Keine Parkplätze, kein Carsharing – denn von Anfang an war klar, dass das Konzept nur mit mindestens drei Autos wirtschaftlich tragbar ist. „Ich hätte nie gedacht, dass das Projekt aus diesem Grund scheitern könnte, gerade in der jetzigen Zeit, in der die Politik Alternativen zur individuellen Mobilität fordert“, bedauert Jakob.

Dünne Erträge

Dass Carsharing kein Selbstläufer ist, dürfte längst kein Geheimnis mehr sein. Egal ob Autohersteller, Autohändler oder Start-ups: In den vergangenen Jahren haben sich an diesem Geschäftsmodell viele probiert – ein Großteil hat sich allerdings am Versuch, mit diesem Geschäftsmodell nennenswerte Erträge zu generieren, die Zähne ausgebissen. Auch 2019 war die Marktdynamik enorm – vor allem im stationsunabhängigen Carsharing, auch Free-Floating genannt, in dem sich die ganz großen Player tummeln.