Citroen DS5: Zwischen Zukunft und Vergangenheit

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Avantgardistisches Design

Insofern ist der DS5 ein weiterer Beitrag zur grassierenden Unschärfe bei der Definition von Fahrzeugen. Was wiederum seinem Käufer herzlich egal sein dürfte. Denn wer an exaltiertem Design seine Freude hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Jede Menge Bügelfalten in der Karosserie lassen den DS5 sogar fast ein wenig unwirklich daherkommen, er könnte zum Beispiel auch das Dienstfahrzeug des rasenden, gerade in einem Kinofilm verewigten Comic-Reporters Tim sein. Wobei man seinen Hundegefährten Struppi im Geiste schon auf dem Beifahrersitz wähnt. Dazu passt der Innenraum des DS5 mit verspielten und teilweise aber auch etwas wahllos verstreuten Instrumenten, Schaltern, Knöpfen und Anzeigen.

Trotzdem, so sehen wir die Marke Citroen gerne: auffallend, differenzierend, polarisierend und mutig. Weniger gut passt dagegen die Fahrwerksabstimmung. Die französischen Ingenieure machen auf „deutsch“ und übertreiben es dabei. Der DS5 hat nicht nur nichts vom eigentlich markentypischen Schwebestil, er ist sogar extrem „sportlich“ um nicht zu sagen „hart“ abgestimmt. Eine Hydropneumatik gibt es auch gegen Aufpreis nicht.

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Diesel-Hybrid ist Motor der Wahl

Bei den Antrieben sehen wir vor allem eine passende Wahl: Zwar bietet Citroen zwei Diesel- und zwei Benzinmotoren an, doch zum besonderen Design des Fahrzeugs fügt sich am besten der Diesel-Hybrid mit 200 PS Leistung. Dessen Vorderräder werden von einem 163 PS starken Selbstzünder-Aggregat angetrieben, die Hinterräder treibt ein Elektromotor mit 37 PS, so dass man gleichzeitig über einen Allradantrieb verfügt. In der Praxis präsentiert sich das System erstaunlich ausgereift. Anders als bei manchen Benzin-Hybriden arbeitet das automatisierte Sechsganggetriebe präzise und ruckfrei. Mit mindestens 37.540 Euro hat die motorische Avantgarde allerdings auch ihren Preis. Mit dem kleinen Benziner (115 kW/155 PS) unter der Haube ist der DS5 ab 29.700 Euro zu haben.

Herauszuheben ist die sehr gute Qualitätsanmutung im Innenraum, bei der sich Citroen sichtlich besondere Mühe gegeben hat. Dagegen hapert es wegen der doppelt ausgeführten A-Säule an ausreichender Sicht schräg nach vorne und auch der Blick durch die schmalen Heckgläser vermag kein besonderes Maß an Übersicht zu geben. Nach Deutschland kommt das zurzeit sicher interessanteste Fahrzeug französischer Herkunft am 11. Februar, bestellt werden kann es ab sofort. Die Verkaufsziele sind bescheiden: Insgesamt rechnet Citroen mit einer Jahrsproduktion von 40.000 Einheiten, zehn Prozent davon sollen in Deutschland abgesetzt werden.

Motorisierungen:

  • 1,6-Liter-Turbobenziner, 115 kW/156 PS, 7,1 Liter, Preis: ab 29.700 Euro
  • 1,6-Liter-Turbobenziner, 147 kW/200 PS, 6,7 Liter, Preis: ab 33.680 Euro
  • 1,6-Liter-Diesel, 82 kW/112 PS, 4,4 Liter, Preis: ab 29.350 Euro
  • 2,0-Liter-Diesel, 120 kW/163 PS, 4,9 Liter, Preis: ab 31.090 Euro
  • Diesel-Hybrid, 147 kW/200 PS, 3,8 Liter, Preis: ab 37.540 Euro

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