Citroën gibt Nürnberger Niederlassung ab

Autor: Jens Rehberg

Die Reutlinger Auto-Domicil-Gruppe hat zum 1. September die Citroën-Niederlassung in Nürnberg mit 27 Mitarbeitern übernommen. Die Schwaben wollen zudem weiter expandieren.

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Die ehemalige Citroën-Niederlassung in der Regensburger Straße 70.
Die ehemalige Citroën-Niederlassung in der Regensburger Straße 70.
(Foto: Rehberg)

Die Reutlinger Auto-Domicil-Gruppe (Citroën) hat zum 1. September die Citroën-Niederlassung in Nürnberg mit 27 Mitarbeitern übernommen. Das Volumen von zehn angeschlossenen Partnern miteingerechnet will Domicil-Geschäftsführer Mathias Albert künftig rund 1.000 Neufahrzeuge jährlich vermarkten – das wäre eine Steigerung von etwa 25 Prozent im Vergleich zur aktuellen Absatzsituation. Dazu plant der Autohauschef mit bis zu 300 Gebrauchten.

Alles in allem verdoppele sich mit der neuen Unternehmung in Nürnberg das Verkaufsvolumen der jetzt sechs Standorte umfassenden Autohandelsgruppe in etwa. Domicil wird damit zum zweitgrößten Vertriebspartner des Importeurs. „Die Wachstumsregion Nürnberg ist für uns ein sehr guter Standort“, so Albert anlässlich der Übergabe.

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Die Absatzsteigerung will der Geschäftsführer vor allem durch ein stärkeres Engagement im Gewerbekundenbereich erzielen. „Dafür bekommen wir von Citroën die richtigen Produkte und auch die richtigen Programme“, sagte der Händler am Freitag am Rande eines Pressegesprächs in der ehemaligen Niederlassung im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Neben einem neuen Geschäftsführer – Kurt Schiffner, zuvor Citroën-Distriktleiter in Österreich – wird Mathias Albert am neuen Nürnberger Standort für eine gewisse Zeit einen Gewerbekundenspezialisten aus der Stamm-Mannschaft installieren, der das Geschäftsfeld ankurbeln soll. Domicil unterhält bereits an zwei Standorten so genannte Business-Center. Mit Nürnberg kommt nun ein drittes hinzu. Bundesweit gibt es im Citroën-Netz 100 solcher auf Firmenkunden spezialisierte Kompetenzzentren.

Für die Zukunft kündigte Albert weitere Standortübernahmen an. „Wir verdienen an allen Standorten Geld und können deshalb investieren“, sagte der Händler selbstbewusst.

Citroën-Commerce-Zonendirektor Clemens Spiegelhalder begründete die Abgabe des Marktgebietes mit der angestrebten Konzentration auf „Kernmärkte“. „Wenn ein Händler Interesse an einem unserer Standorte in Deutschland zeigt, prüfen wir, ob dies für uns in Betracht kommen würde.“ Generell stelle sich diese Überlegung „nur in den für die Marke nicht strategischen Gebieten.“ Weitere Standortverkäufe schloss Spiegelhalder nicht aus, genauso wie weitere Eröffnungen – wie zuletzt in München. Der bisherige Niederlassungsleiter in Nürnberg, Christoph Herrmann, wird PSA verlassen.

Die Domicil-Gruppe betreibt ihr Geschäft mit bislang rund 100 Mitarbeitern an den Standorten Reutlingen, Mengen, Sigmaringen, Böblingen und Albstadt-Ebingen. Das Autohaus war 2012 die Nummer eins im Citroën-Netz in Punkto Gesamtkundenzufriedenheit. In seiner Region hat das Unternehmen aktuell einen Pkw-Marktanteil von 3,9 Prozent (Citroën deutschlandweit: 1,5 Prozent). Bei Nutzfahrzeugen sind es 8 Prozent (Citroën deutschlandweit: 5 Prozent).

Die Citroën Commerce GmbH ist eine hundertprozentige Tochter des Citroën Deutschland GmbH. Sie betreibt Niederlassungen in 11 deutschen Städten mit jetzt insgesamt 15 Standorten (ohne Nürnberg). 2012 verkaufte der Importeur über sein Niederlassungsnetz rund 22.000 Neu- und 9.000 Gebrauchtwagen. In Nürnberg wurden im vergangenen Jahr rund 800 Neuwagen vermarktet (davon 400 im Kernmarkt Nürnberg). Zum Vergleich: In den Niederlassungen Köln und Hamburg wurden 2012 jeweils 2.000 Neuwagen verkauft.

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Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«