Umfrage unter Autokäufern CO₂-Label wird von Kunden nicht wahrgenommen

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

Autokunden nehmen die gesetzlich vorgeschriebenen Labels kaum wahr. Das zeigt eine Umfrage von Puls Marktforschung, die der VAD in Auftrag gegeben hat.

Es beschert Autohändlern viel Aufwand und Ärger, die Kunden nehmen das Label an den Fahrzeugen jedoch kaum wahr; zumindest laut einer Umfrage der Puls-Marktforschung.(Bild:  Dena)
Es beschert Autohändlern viel Aufwand und Ärger, die Kunden nehmen das Label an den Fahrzeugen jedoch kaum wahr; zumindest laut einer Umfrage der Puls-Marktforschung.
(Bild: Dena)

Dem Autohandel beschert das verpflichtende CO₂-Label nach der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungs-Verordnung (Pkw-EnVKV) seit seiner Auszeichnung viel Aufwand und Ärger. Dabei wird das farbige Label an den Fahrzeugen von den Autokäufern kaum wahrgenommen und hat daher nur begrenzten Einfluss auf die Kaufentscheidung.

Das geht aus einer Umfrage von Puls Marktforschung im Auftrag des Verbands der Automobilhändler Deutschlands (VAD) hervor. Für die Untersuchung wurden 515 Personen befragt, die kürzlich ein Fahrzeug gekauft haben oder eine Anschaffung planen.

Demnach haben 51 Prozent der Befragten das CO₂-Label am Fahrzeug nicht wahrgenommen, in der Werbung fiel es 48 Prozent der Verbraucher nicht auf. Besonders gering ist die Aufmerksamkeit im Gebrauchtwagensegment (38 Prozent), während Käufer von Elektroautos das Label häufiger wahrnehmen (64 Prozent).

Verbräuche sind nur für wenige Kunden kaufentscheidend

Auch inhaltlich bleibt die Relevanz begrenzt: 68 Prozent der Befragten geben an, dass die CO₂-Einstufung keinen Einfluss auf ihre Kaufentscheidung hatte. 28 Prozent interessieren sich gezielt für Verbrauchsangaben, während die farbliche CO₂-Klassifizierung nur für 12 Prozent eine Rolle spielt. Die ausgewiesenen Energie- und Kraftstoffkosten werden lediglich von vier Prozent bewusst wahrgenommen.

Grundsätzlich ist das Thema jedoch relevant: 45 Prozent der Befragten halten Verbrauch und CO₂-Ausstoß für wichtige Kriterien bei der Fahrzeugwahl. Eine Mehrheit von 67 Prozent wünscht sich allerdings realitätsnahe Angaben zum tatsächlichen Verbrauch im Alltag.

VAD sieht Reformbedarf beim Label

Der VAD sieht daher Reformbedarf bei der bestehenden Kennzeichnung nach der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung. Der Verband spricht sich für ein digitales, EU-weit einheitliches Informationssystem aus, das fahrzeugspezifische Daten transparenter darstellt und stärker auf individuelle Fahrprofile zugeschnitten ist.

Zum Hintergrund: Das CO₂-Label für Fahrzeuge wurde 2011 eingeführt, um Käufern eine Orientierungshilfe zu den Auswirkungen auf die Umwelt zu geben. Am 23. Februar 2024 wurde ein neues CO₂-Label durch die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) eingeführt und gilt seit dem Mai 2024 verbindlich in Verkaufsräumen von Händlern sowie in Online-Angeboten und seit August 2024 auch für aktualisierte Angaben in der Printwerbung.

Inzwischen will die EU nachbessern und hat dazu Ende 2025 im Rahmen des „Automotive Package“ einen Verordnungsentwurf vorgelegt, der die Richtlinie 1999/94/EG aufheben und die nationale Pkw-EnVKV ersetzen soll. Das hält die Branche für nicht ausreichend. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) beispielsweise bemängelt die dabei fehlende Praxistauglichkeit für eine europaweit einheitliche Fahrzeugkennzeichnung.

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