Continental: Fünf Gramm weniger CO2 dank schlauer Bremse

Beim Bremsen wird mehr Energie zurückgewonnen

| Autor: Jan Rosenow

Bei der MK C1 sind Bremsbetätigung, Bremskraftverstärker und Regelsystem in einem Modul integriert.
Bei der MK C1 sind Bremsbetätigung, Bremskraftverstärker und Regelsystem in einem Modul integriert. (Bild: Continental)

Es wird noch ein harter Weg für die Automobilindustrie, bis 2021 den CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeugflotte auf durchschnittlich 95 Gramm pro Kilometer zu senken. Dabei nimmt sie alle Fahrzeugsysteme in den Blick, nicht nur den Antrieb. Und dass man auch beim Bremsen nennenswert Energie sparen kann, zeigt der Zulieferer Continental mit seinem elektrohydraulischen Bremssystem MK C1. In einem serienmäßigen Plug-in Hybridfahrzeug des D-Segments konnte das Brake-by-Wire-System die Emission gegenüber einem konventionellen Hybridbremssystem um durchschnittlich rund fünf Gramm pro Kilometer reduzieren, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Die Messungen erfolgten gemäß WLTP (Worldwide harmonized Light Vehicle Test Procedure).

Bei jedem der drei Testdurchläufe gewann das Fahrzeug mit der MK C1 im Schnitt 160 Wattstunden zusätzliche elektrische Energie in den Verzögerungsphasen zurück – etwa 32 Prozent mehr als beim Vergleichssystem. Möglich wird das, weil die MK C1 während Bremsungen eine längere Nutzung des Elektromotors als Generator ermöglicht. Ziel ist es, möglichst wenig Bewegungsenergie an den Radbremsen zu verheizen.

Bremspedal ist von der Druckerzeugung entkoppelt

In einem Hybridfahrzeug ist es eine schwierige Aufgabe, einen nahtlosen und vom Fahrer nicht spürbaren Übergang vom elektrischen Bremsen (Rekuperation) zur mechanischen Reibbremse herzustellen. Der Grund liegt in der fehlenden Pedalentkopplung bei einem konventionellen Hybridbremssystem mit den getrennten Hauptkomponenten Tandemhauptzylinder, Bremskraftverstärker und Regelsystem.

Bei der MK C1 ist das Bremspedal dagegen normalerweise komplett von der Druckerzeugung entkoppelt, so hat der Fahrer stets ein gleichbleibendes Pedalgefühl. Ohne störende Effekte oder Geräusche lassen sich Rekuperationsphasen vollständig nutzen.

Weiterer Vorteil: Der elektromechanisch erzeugte volle Bremsdruck ist bereits nach 150 Millisekunden erreicht. Somit können Fahrerassistenzsysteme oder automatisiert fahrende Fahrzeuge aus höherer Geschwindigkeit ohne Fahrereingriff schneller zum Stillstand gebracht werden als bei konventionellen Bremssystemen.

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