Corona-Krise: Stillstand im Autoland

Es ist eine Chronologie des Schreckens, die aus der Feder eines Filmregisseurs stammen könnte: Binnen Wochen ist das Kfz-Gewerbe in eine beispiellose Krise gerutscht. Gleichwohl hat Corona auch positive Veränderungen in Gang gesetzt.

| Autor: Julia Mauritz

In Zeiten von Corona ist Kreativität gefragt, um die Mitarbeiter zu schützen und den Bestimmungen gerecht zu werden. Das VW-Autohaus Liliensiek hat seinen Betrieb entsprechend umgerüstet.
In Zeiten von Corona ist Kreativität gefragt, um die Mitarbeiter zu schützen und den Bestimmungen gerecht zu werden. Das VW-Autohaus Liliensiek hat seinen Betrieb entsprechend umgerüstet. (Bild: Autohaus Liliensiek)

Es ist der 6. Januar, als die Tagesschau zum ersten Mal über eine neue rätselhafte Lungenkrankheit berichtet. Zum damaligen Zeitpunkt sind 59 Personen in Wuhan daran erkrankt. Die Weltgesundheitsorganisation zeigt sich alarmiert, empfiehlt für Reisende aber keine besonderen Vorkehrungen – eine schwere Fehleinschätzung, wie sich schon sehr bald herausstellen wird. Gerade einmal drei Monate später steht ein Großteil der Welt still. Die Zahl der Infizierten hat die Millionengrenze übersprungen.

Es gibt kaum einen Geschäftszweig, den Covid-19 nicht mit voller Wucht getroffen hat: Die Autobranche macht da keine Ausnahme. Zuerst ist China dran: Der weltweit größte Automarkt bricht um knapp 80 Prozent ein – ein beispielloser Erdrutsch, der vor allem die führenden deutschen Hersteller hart trifft. Dann kommt der März: Das Beratungsunternehmen Berylls Strategy Advisors vermeldet, dass die Produktion der Autohersteller in der Volksrepublik seit Mitte März wieder weitgehend normal läuft. Der chinesische Branchenverband CAAM sendet ebenfalls positive Signale aus und prognostiziert für den Gesamtmonat einen Neuzulassungseinbruch von „nur noch“ rund 40 Prozent. Auch der chinesische Autohandel nimmt wieder Fahrt auf: Am 10. März haben Berylls zufolge bereits 50 Prozent der Handelsbetriebe geöffnet. Bis Ende des Monats haben über 90 Prozent der landesweit rund 8.500 großen Vollfunktionsautohäuser ihren Geschäftsbetrieb wieder in vollem Umfang aufgenommen.

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