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Coronavirus: Fiat reagiert auf Ausbruch in Italien

Autor: Christoph Seyerlein

In Italien breitet sich das Coronavirus rasch aus. Fiat Chrysler trägt dem nun Rechnung und beschränkt den Zugang zu seinen Werken. Noch einen Schritt weiter geht Italdesign Giugiaro.

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Fiat reglementiert den Zugang zu seinen Werken in Italien.
Fiat reglementiert den Zugang zu seinen Werken in Italien.
(Bild: Fiat)

Die italienische Autoindustrie reagiert auf die Ausbreitung des Coronavirus im eigenen Land. Fiat Chrysler bestätigte am Montag einen Bericht von „Automotive News Europe“, wonach der Hersteller den Zugang zu seinen Werken in Europa eingeschränkt hat. In einem Schreiben an Zulieferer und Besucher verkündete Fiat demnach, dass Personen aus den 13 vom Virus betroffenen italienischen Regionen keinen Zutritt mehr zu den Produktionsstätten erhalten.

Die Restriktionen gelten auch für Personen, die in den vergangenen 15 Tagen in China oder einem anderen asiatischen Land waren oder in direktem Kontakt zu infizierten Menschen standen. Auf die Produktion sollen die Maßnahmen aber keine Auswirkungen haben. Die Werke seien prinzipiell geöffnet und liefen ganz normal, teilte ein FCA-Sprecher mit.

Anders ist die Lage bei Italdesign Giugiaro. Die Designschmiede hat ihre beiden Standorte in Turin vorerst komplett geschlossen. Grund ist die Infektion eines Mitarbeiters mit dem Coronavirus. Aktuell arbeitet das Unternehmen daran herauszufinden, mit welchen weiteren Beschäftigten der Betroffene Kontakt hatte.

In Italien war die Zahl der Corona-Erkrankten zuletzt sprunghaft angestiegen, über 200 Fälle sind inzwischen bestätigt. Medienberichten zufolge sind in dem Land bislang bis zu sechs Personen an dem Virus gestorben. Mehrere Regionen stehen unter Quarantäne.

Virus trifft deutsche Autoindustrie hart

Die Krankheit, die ihren Ursprung in der chinesischen Provinz Hubei hat, trifft die Autoindustrie bereits schwer. In China ist der Absatz zuletzt rapide eingebrochen. Darunter leiden auch deutsche Hersteller. Für BMW, Daimler und Volkswagen ist das Reich der Mitte der wichtigste Einzelmarkt. Hinzu kommen vorübergehende Produktionsstopps, wenn auch BMW und Daimler ihre Fertigung in China inzwischen wieder hochfahren konnten und Volkswagen am Montag bekanntgab, den Betrieb der meisten Werke wieder aufgenommen zu haben.

Branchen-Experte Ferdinand Dudenhöffer rechnet 2020 im Vergleich zum Vorjahr weltweit mit einem Rückgang der Produktion um 2,7 Millionen Fahrzeuge. Die deutsche Autoindustrie sei wegen des hohen China-Anteils von 35 Prozent am Gesamtumsatz besonders betroffen.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«