Tesla  Cybercab-Projekt kommt nicht richtig voran

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Verkaufszahlen von Tesla steigen, doch in den Bilanzzahlen schlägt sich die Entwicklung derzeit nicht nieder. Der Gewinn sinkt, wohl auch als Folge von hohen Rabatten in den USA.

Tesla konnte zuletzt den globalen Absatz erhöhen, aber nur dank höherer Rabatte. Die schlagen auf den Gewinn durch.(Bild:  Tesla Motors)
Tesla konnte zuletzt den globalen Absatz erhöhen, aber nur dank höherer Rabatte. Die schlagen auf den Gewinn durch.
(Bild: Tesla Motors)

Tesla kommt beim groß angekündigten Plan von Firmenchef Elon Musk, den Elektroauto-Vorreiter auf Roboter und selbstfahrende Robotaxis auszurichten, langsamer voran als noch vor wenigen Monaten in Aussicht gestellt. So spricht Tesla nicht mehr von einer Serienproduktion der Roboter mit dem Namen Optimus und des Robotaxi-Fahrzeugs Cybercab ohne Lenkrad und Pedale noch in diesem Jahr. Stattdessen ließ sich Musk vor Analysten darüber aus, wie komplex die Entwicklung eines humanoiden Roboters sei. Die Produktion werde deshalb nur langsam anlaufen.

Zugleich verbuchte Tesla im vergangenen Quartal bei steigenden Ausgaben für die neuen Projekte einen niedrigeren Gewinn. Die Kapitalinvestitionen würden auch in den nächsten zwei oder drei Jahren weiter wachsen, sagte Finanzchef Vaibhav Taneja. 2026 sollen sie bei rund 26 Milliarden US-Dollar liegen.

Höhere Auslieferungen

Tesla hatte die zwei vergangenen Jahre mit Absatzrückgängen abgeschlossen. Zuletzt wuchsen die Auslieferungen im zweiten Quartal jedoch im Jahresvergleich überraschend stark um rund ein Viertel auf 480.126 Fahrzeuge. Im Gleichschritt damit stieg auch der Umsatz um 26 Prozent auf knapp 28,24 Milliarden Dollar (24,75 Milliarden Euro). Analysten hatten im Schnitt lediglich mit rund 25,7 Milliarden Dollar gerechnet.

Doch beim bereinigten Ergebnis pro Aktie verfehlte Tesla haushoch die Wall-Street-Erwartungen. Analysten waren im Schnitt von 51 US-Cent ausgegangen, Tesla kam auf 33 Cent. Die Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel um rund vier Prozent. Tesla hat sein europäisches Werk, das das Model Y produziert, in Grünheide bei Berlin. Der Konzern hatte jüngst einen Ausbau der Produktion in der Fabrik angekündigt.

Der Quartalsgewinn sank um fünf Prozent auf gut 1,11 Milliarden Dollar. Der Rückgang dürfte unter anderem eine Folge von Rabatten im wichtigen Heimatmarkt USA gewesen sein. Zugleich nahm Tesla die lukrativeren teureren Modelle S und X aus dem Programm – um Platz für die Optimus-Produktion im kalifornischen Stammwerk Fremont zu schaffen.

Zudem fielen die Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Verschmutzungsrechten auf 146 Millionen Dollar von 380 Millionen Dollar noch drei Monate zuvor. US-Präsident Donald Trump hatte dieses Geschäft durch sein Vorgehen gegen Abgas-Grenzwerte in den USA dezimiert. In den vergangenen Jahren half der Handel mit CO2-Rechten Tesla oft über Durststrecken.

Vom Quartalsgewinn gehen zudem 763 Millionen Dollar auf einen reinen Buchgewinn dank der Aufwertung der SpaceX-Beteiligung von Tesla durch den Börsengang zurück. Nach dem Bilanz-Stichtag 30. Juni verlor das Papier deutlich an Wert.

Unklarheit über Robotaxi-Flotte

Tesla versichert zwar, dass die Einführung der fahrerlosen Robotaxis gut laufe. Doch rund ein Jahr nach dem Start gibt es keine offiziellen Angaben zur Größe der Flotte in mehreren US-Städten – oder dazu, wie viele Fahrgäste befördert wurden. Als neue Zahl wurde genannt, dass Teslas fahrerlose Autos bisher insgesamt 380.000 Meilen (rund 611.000 Kilometer) ohne Aufsicht zurückgelegt hätten.

Robotaxis der Google-Schwesterfirma Waymo kommen aktuell auf rund zwei Millionen Meilen pro Woche. Tesla sieht jedoch seinen umstrittenen Ansatz bestätigt, bei selbstfahrenden Autos nur mit Kameras auszukommen, ohne die teureren Laser-Radare, auf die unter anderem Waymo für mehr Verlässlichkeit setzt. Musk hatte verkündet, den Markt beherrschen zu wollen.

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