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Daimler bekommt zweiten chinesischen Großaktionär

| Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Daimler gerät ins Visier der chinesischen Autoindustrie. Nachdem bereits Geely seit längerem ein wichtiger Aktionär ist, geht nun ein weiteres großes Aktienpaket nach China. Dieses Mal ist der BAIC-Konzern der Investor.

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Unter chinesischer Flagge: Chinesische Autobauer gewinnen Einfluss bei Daimler.
Unter chinesischer Flagge: Chinesische Autobauer gewinnen Einfluss bei Daimler.
(Bild: Daimler)

Die chinesische Beijing Automotive Group (BAIC) hat sich eine fünfprozentige Beteiligung an Daimler gesichert. Neben einer direkten Beteiligung von 2,48 Prozent habe man sich das Recht auf den Erwerb weiterer Stimmrechte in Höhe von 2,52 Prozent gesichert, teilte BAIC am Dienstag in Peking mit.

BAIC wird mit seinen fünf Prozent zum drittgrößten Einzelinvestor nach dem ebenfalls chinesischen Autobauer Geely und dem Staatsfonds von Kuwait. Daimler und BAIC arbeiten seit 2013 in Fragen der Produktion, Forschung, Entwicklung und im Vertrieb zusammen. Seit 2013 ist Daimler zudem mit knapp zehn Prozent an BAIC Motor beteiligt.

Daimler-Vorstandschef Ola Källenius begrüßte das Investment des chinesischen Kooperationspartners. Der Schritt festige di bisherige Zusammenarbeit und sei ein Vertrauenssignal in die Strategie und das Zukunftspotenzial von Daimler. „Der chinesische Markt ist und bleibt eine entscheidende Säule unseres Erfolgs - nicht nur für den Absatz, sondern auch für unsere Entwicklung und Produktion.“

BAIC und Daimler arbeiten bereits seit 2005 zusammen

BAIC und Daimler arbeiten schon seit 2005 über verschiedene strategische Allianzen in China zusammen. Mit BAIC als Partner produziert Daimler in China in dem Gemeinschaftsunternehmen Beijing Benz Automotive. Auch im Vertrieb sowie bei Forschung und Entwicklung arbeiten beide Konzerne zusammen. China ist für Daimler der größte Einzelmarkt.

Daimler ist zudem laut Mitteilung bereits seit 2013 an BAIC Motor, einer in Hongkong börsennotierten Tochter von BAIC, beteiligt und und entsendet zudem einen Vertreter in deren Verwaltungsrat. Der Kauf der Anteile war damals die erste Beteiligung eines ausländischen Automobilunternehmens an einem chinesischen Hersteller.

Als Autobauer ist BAIC hierzulande wenig bekannt, obwohl einzelne Modelle bei einigen Händlern sogar zu kaufen sind. Ins Rampenlicht trat der Konzern, als er den insolventen schwedischen Autobauer Saab kaufte. Allerdings konnten die Chinesischen die schwedische Traditionsmarke nicht retten. Neben Daimler arbeitet BAIC auch mit Hyundai eng zusammen. Zuletzt waren die Chinesen auf dem Genfer Salon aufgefallen, als sie den Elektrosportwagen Arcfox vorstellten.

Über einen möglichen Einstieg von BAIC bei Daimler war schon seit einiger Zeit spekuliert worden. Der ebenfalls chinesische Autobauer Geely hatte Anfang 2018 auf einen Schlag knapp zehn Prozent der Daimler-Anteile erworben und ist seither größter Einzelaktionär. Mit Geely versucht Daimler einen Neustart für seinen Kleinwagen Smart - ebenfalls in einem Gemeinschaftsunternehmen. Entwicklung und Produktion sollen dann vollständig in China erfolgen.

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