Daimler: Geschäfte laufen noch schlechter als erwartet

Hersteller senkt die Jahresprognose erneut

| Autor: Christoph Seyerlein

(Bild: Daimler AG)

Der Autobauer Daimler muss seine Prognose erneut senken. Der Konzern hatte seinen Ausblick erst vor gut drei Wochen wegen steigender Kosten für die Bewältigung der Dieselaffäre reduziert. Nun erwartet Daimler das Konzern-Ebit „deutlich unter dem Vorjahreswert“, wie das Unternehmen am Freitag überraschend bei der Vorlage von Zahlen für das zweite Quartal mitteilte.

Bisher wurde etwa die Höhe des Vorjahresniveaus angepeilt. Im vergangenen Jahr hatte Daimler vor Zinsen und Steuern ein Ergebnis von 11,1 Milliarden Euro erreicht. 2017 waren es sogar noch 14,3 Milliarden Euro. Als Gründe für die nun erfolgte neuerliche Senkung nennt Daimler unter anderem höhere Rückstellungen für die Dieselaffäre und den erweiterten Rückruf von Takata-Airbags. Das Diesel-Debakel belastet den Konzern demnach mit 1,6 Milliarden Euro mehr als bislang gedacht, die Airbag-Problematik schlägt mit einer Milliarde Euro mehr als erwartet zu Buche.

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Schwierigkeiten bereiten Daimler daneben zu langsame Produktionshochläufe. Dadurch sei die Fahrzeugverfügbarkeit im gesamten Jahr negativ beeinflusst. Außerdem gaben die Stuttgarter an, dass sich die Automobilmärkte schlechter entwickelten, als man das erwartet habe.

Im zweiten Quartal fuhr der Konzern nach eigenen Angaben ein Ebit von -1,6 Milliarden Euro ein. Im Vorjahreszeitraum hatte jener Wert noch bei +2,6 Milliarden Euro gelegen. Vor allem die Van-Sparte (-2 Mrd. Euro) und Mercedes-Benz Cars (-0,7 Mrd. Euro) schwächelten zuletzt gewaltig. Im Auto-Bereich erwartet der Hersteller nun nur noch eine Umsatzrendite zwischen drei und fünf Prozent. Bei den Vans rechnet der Hersteller gar mit einer negativen Rendite von 15 bis 17 Prozent für das Gesamtjahr.

Mercedes X-Klasse vor dem Aus?

Was genau schief läuft bei den Vans, erklärte Daimler am Freitag nicht, sprach aber von einer „Überprüfung und Priorisierung des Produktportfolios“ in der Sparte, die rund 500 Millionen Euro koste. Details sind unklar, naheliegend ist aber, dass es dabei zumindest auch um die X-Klasse geht.

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Schon im Frühjahr hatte der damalige Finanzchef Bodo Uebber eingeräumt, dass das Geschäft mit den erst 2017 eingeführten Pick-ups nicht so läuft wie gedacht und Daimler deshalb auf einen der zwei Produktionsstandorte – den in Südamerika – verzichtet.

Mit Material von dpa.

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