Daimler präsentiert nach schlechtem Jahresbeginn wieder bessere Zahlen

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Daimler war schwach ins Jahr gestartet. Im zweiten Quartal hatten schwächelnde Märkte, Anlaufschwierigkeiten mit neuen Modellen und der immer teurer werdende Diesel-Ärger den Konzern dann sogar ins Minus gedrückt. Källenius hatte daraufhin „dramatische“ Effizienzsteigerungen gefordert und zudem bei den Führungskräften in einem Brandbrief schnelle Sparerfolge angemahnt. Insgesamt geht Daimler weiterhin davon aus, beim operativen Ergebnis am Jahresende „deutlich“ unter dem Wert von 2018 zu liegen.

Der negative Trend bei den Verkaufszahlen der Kernmarke Mercedes-Benz hat sich inzwischen immerhin gedreht. Im September legte der Absatz so stark zu, dass die Zahlen nun auch auf Jahressicht zumindest leicht im Plus liegen. Im ersten Halbjahr hatten die Modellumstellung in den Kompaktklassen A und B sowie die Probleme beim Produktionsanlauf neuer SUV-Modelle in den USA belastet. Mittlerweile sorgen die Kompaktwagen aber deutlich für Auftrieb.

Truck-Sparte leidet unter Konjunkturabschwung

Dafür bekommt der Konzern nun den Konjunkturabschwung in den Lkw-Märkten zu spüren. Im dritten Quartal habe sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den Lkw-Kernmärkten Europa und Nordamerika deutlich schneller als erwartet eingetrübt, hieß es. Und das werde sich nun wohl schon im letzten Quartal des Jahres auf das Ergebnis der Truck-Sparte auswirken. Daimler rechnet nur noch mit einer Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern von 6 bis 8 Prozent - und hier eher am unteren Ende, wie Wilhelm betonte. Es gebe keine Marktkrise, aber doch eine Abschwächung, sagte Wilhelm.

Zeitlich ins dritte Quartal fällt zwar das 870-Millionen-Euro-Bußgeld der Staatsanwaltschaft Stuttgart im Zuge der Diesel-Ermittlungen, und im Oktober kam gleich noch ein neuer Pflichtrückruf für Hunderttausende weitere Autos dazu, die aus Sicht der Behörden mit illegaler Abgastechnik unterwegs sind. Beides dürfte aber von dem bereits im zweiten Quartal für Diesel-Risiken zurückgestellten Milliardenbetrag gedeckt sein.

Zumindest hatte Daimler in beiden Fällen betont, dass keine neuerlichen Auswirkungen auf das Ergebnis zu erwarten seien. Dass die bisherigen Rückstellungen am Ende insgesamt nicht reichen, sei angesichts der Vielzahl an Ermittlungen, Untersuchungen und Verfahren mit ungewissem Ausgang aber auch nicht ausgeschlossen, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

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