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Das Auto als Anwendungs-Hub

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Das macht die Sache spannend. Denn die Türkei ist auf der automobilen Weltkarte bislang noch ein ziemlich weißer Fleck. So bauen zwar am Bosporus jedes Jahr hunderttausende Autos wie den Ford Transit oder den Fiat Tipo im Fremdauftrag, doch mehr als die drei Prototypen des Devrim aus den 1960ern haben sie im eigenen Namen noch nicht zu Wege gebracht.

Erdogan vor den Karren spannen

Mit dem Anspruch, das zu ändern, ist Karakaş angetreten, hat 3,5 Milliarden Euro budgetiert, die Industrie- und Handelskammer mit ins Boot genommen und eine imposante Aufholjagd gestartet. Kein Wunder, dass sich Präsident Erdogan da gerne vor den Karren spannen lässt und immer mal wieder auf die Premierenbühne drängt.

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Zwar hat Karakaş bislang nur hochtrabende Pläne und große Hoffnungen. Doch bald will er Tatsachen schaffen: Der Rohbau für die Fabrik in Gemlik im Nordwesten ist fertig, gerade stellen sie die ersten Fertigungsstraßen auf und im Winter soll die auf zunächst 125.000 Einheiten im Jahr ausgelegte Produktion beginnen.

Los geht es allerdings nicht mit der futuristischen Limousine aus Las Vegas, sondern mit einem vergleichsweise konventionellen SUV, das man obendrein noch kaufen muss und nicht als Service buchen kann, wie sich Karakaş das für später mal vorstellt. Es gibt den Erstling im Format des BMW iX3 mit 200 oder 400 PS und 300 oder 500 Kilometern Reichweite und die Preise sollen sich auf dem Niveau konventioneller Konkurrenten wie dem Nissan Qashqai, dem Peugeot 3008 oder dem VW Tiguan bewegen, sagt Karakaş. „Wenn wir die schlagen können, müssen wir uns über den Wettbewerb mit elektrischen SUV keine Sorgen machen.“

Türkei ist elektromobiles Entwicklungsland

Muss er sich auch sonst nicht, zumindest nicht fürs erste. Denn bislang ist die Türkei in Sachen Elektromobilität ein Entwicklungsland. „Es gibt kaum Autos und auch noch keine Infrastruktur“, räumt Karakaş ein. Doch mit der engen Verbindung zum Staat will der Togg-Chef das zügig ändern, hat mit der Regierung einen Plan ausgearbeitet und der Politik ein Netzwerk mit rund 250.000 Ladesäulen vorgeschlagen, die für eine Erstausstattung des Landes reichen sollten. „Bei 30.000 Euro pro Ladestation ist das eine überschaubare Investition.“

Obwohl es sicher bessere Länder gäbe für den Erstaufschlag, will Karakaş trotzdem erst einmal in der Türkei starten. Das ist für ihn nicht nur eine Frage der Ehre, sondern auch eine Frage des Erfolgs. Denn „wenn wir es im Heimatland nicht schaffen, dann brauchen wir es auch sonst nirgends zu versuchen“, ist er überzeugt.

Doch wenn Togg in der Türkei erfolgreich durchstartet, dann steht für Karakaş bereits 2024 der Export an und dann ist Deutschland ganz vorne mit dabei. Gut möglich also, dass der ehemalige Bosch-Manager seine Sprachkenntnisse spätestens in zwei Jahren wieder etwas öfter unter Beweis stellen kann – und dafür nicht erst nach Las Vegas reisen muss.

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