Neuzulassungen Der Elektroabsatz in Europa crasht – nur bei den Briten nicht

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Der Neuwagenmarkt ist gesamteuropäisch in der Krise. Im August meldeten zahlreiche Märkte starke Rückgange – auch bei E-Fahrzeugen. Bei den Briten läuft es dagegen anders als bei den Kontinentaleuropäern.

Im August waren die europäischen Neuzulassungen ein Trauerspiel – allen voran die E-Zulassungen.(Bild:  MG)
Im August waren die europäischen Neuzulassungen ein Trauerspiel – allen voran die E-Zulassungen.
(Bild: MG)

Der europäische Neuwagenmarkt geht in die Knie: Im August brach die Zahl der Erstzulassungen in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien deutlich ein. Der Herstellerverband Acea vermeldete am Donnerstag (19.9.) in Brüssel bei 755.717 Neuregistrierungen für den achten Monat des Jahres ein Minus von 16,5 Prozent. Es war der erste deutliche Einbruch im laufenden Jahr.

Auf das Gesamtjahr gesehen ist der europäische Neuwagenmarkt noch im Plus. Bis Ende August kamen 8,52 Millionen Pkw erstmals auf die Straßen. Das waren 1,7 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Marktvolumen liegt damit europäisch betrachtet rund ein Fünftel unter dem Wert von 2019. Im Gesamtjahr werden damit gut zwei Millionen Einheiten zum Vorkrisenniveau fehlen.

Constantin M. Gall, Leiter Mobility bei der Unternehmensberatung EY für die Region Westeuropa, erwartet so schnell keine Trendwende: „Der Neuwagenmarkt verharrt im Krisenmodus. Es gibt keinerlei positive Impulse, die Nachfrage bleibt auf einem sehr niedrigen Niveau.“ In der Folge vertiefe sich die Krise der europäischen Autoindustrie, da nicht nur der europäische Markt schwächelt und andere Absatzmärkte die Produktion derzeit nicht aufnehmen können. Die Unterauslastung der Autofabriken werde eher wachsen, fürchtet Gall: „Das wird Kapazitätsanpassungen nötig machen.“

E-Zulassungen geben stark nach

Ein Symptom der Krise ist der starke, europaweite Rückgang der E-Zulassungen. Der BEV-Absatz gab im August um 36 Prozent auf 125.833 Einheiten nach. Dabei dämpfte spannenderweise der britische Markt die Negativentwicklung. Die BEV-Zulassungen legten dort im August sogar um 10,8 Prozent zu. Auch im gesamten Jahresverlauf steigerten die Briten den BEV-Absatz um 10,5 Prozent (und den Gesamtabsatz um 5,1 %). In den anderen großen Märkten sind die Rückgänge dagegen teils dramatisch: Deutschland (-68,8 %), Italien (-40,9 %), Frankreich (-33,1 %) und Spanien (-24,8 %).

Im Zusammenhang mit der ernüchternden Entwicklung der E-Zulassungen fordert der Acea nun nochmals nachdrücklich eine frühere Überprüfung der CO2-Vorschriften. „Wir brauchen jetzt dringend sinnvolle Maßnahmen, um den Abwärtstrend umzukehren, die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Industrie wiederherzustellen und strategische Schwachstellen zu verringern“, heißt es in einer Stellungnahme vom Donnerstag. Milliardenschwere Strafen würden der Industrie fehlen, um weiter in in den Übergang zur Emissionsfreiheit zu investieren. Alternativ drohten Produktionskürzungen und damit der Verlust von Arbeitsplätzen.

Die Heftigkeit des Rückgangs der E-Zulassungen zeigt auch eine Untersuchung von Jato Dynamics. Den Angaben zufolge war das August-Minus der stärkste Einbruch im Jahresvergleich seit dem Januar 2017. Die Statistiken zeigen aber auch, dass die Entwicklung derzeit wenig vorhersehbar ist. In den zurückliegenden zwölf Monaten sind die E-Zulassungen sechs Mal gestiegen, fünf Mal zurückgegangen und ein Mal stagnierten sie.

Der Einbruch trifft alle Antriebsarten

Doch auch über alle Antriebsarten hinweg sind die vier in der EU verbliebenen großen Märkte deutlich rückläufig, am stärksten wieder Deutschland (-27,8 %) vor Frankreich (-24,3 %), Italien (-13,9 %) und Spanien (-6,5 %). In vielen anderen, vor allem in den kleineren Märkten Osteuropas, sind Elektroautos nach wie vor ein Nischenprodukt: In immerhin 15 EU-Ländern lag der Elektro-Marktanteil im August unter zehn Prozent.

Anders als beim rein elektrischen Antrieb legte der Anteil der Hybrid-Varianten europaweit stark zu. Sie kamen auf 31,3 Prozent nach 24,1 Prozent im Vorjahresmonat. Der Anteil der Plug-in-Hybride sank dagegen von 7,5 auf 7 Prozent. Weiter deutlich auf dem Rückzug ist der Dieselmotor (von 11,5 auf 10,1 %). Neuwagen mit reinem Benzin-Antrieb konnten ihren Anteil ungefähr halten (32,5 %).

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