Nutzfahrzeugtechnik Der ganz große Schritt ist notwendig

Von Jan Rosenow

Auf der IAA Transportation zeigen Autozulieferer den neuesten Stand der Technik für Lkw und Busse: Nutzfahrzeuge sollen in Zukunft ebenso elektrisch und autonom fahren wie Pkw.

Autonomes Fahren? Was auf öffentlichen Straßen noch Probleme macht, kann auf dem Betriebshof schon funktionieren.
Autonomes Fahren? Was auf öffentlichen Straßen noch Probleme macht, kann auf dem Betriebshof schon funktionieren.
(Bild: ZF Group)

Dass der Verkehrssektor im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen seinen CO2-Ausstoß in den vergangenen Jahren kaum senken konnte, hat vor allem mit dem deutlich zunehmenden Lkw-Verkehr zu tun. Von 2000 bis 2019 ist die Transportleistung im Straßengüterverkehr von 346 auf 499 Milliarden Tonnenkilometer gestiegen – ein Wachstum um 43 Prozent. Angesichts dessen wirken die Anstrengungen der Lkw-Hersteller, ihre Fahrzeuge sparsamer zu machen, wie ein Kampf auf verlorenem Posten. Eine weitere Herausforderung ist die von der EU vorgeschriebene Senkung der CO2-Emission von Neufahrzeugen um 30 Prozent bis 2030. Diese lässt sich auf Basis des konventionellen Dieselmotors nicht erreichen. Nötig ist also ein ganz großer Schritt hin zu klimaneutralen Antrieben.

Der batterieelektrische Antrieb gilt auch bei schweren Lkw mittlerweile als technisch machbar. Selbst die üblichen 40-Tonnen-Sattelschlepper bekommen elektrische Antriebsstränge verpasst. Klar, dass daran auch die Zulieferer mitwirken, die auf der IAA Transportation in Hannover vom 20. bis 25. September ihre neuesten Produkte und Techniken zeigen. Beleg ist die Weltpremiere von Cetrax 2, dem integrierten, modularen elektrischen Antriebsstrang von ZF für schwere Nutzfahrzeuge. Das neue System soll eine Dauerleistung von 360 kW/490 PS abgeben und ein niedriges Leistungsgewicht sowie eine kompakte Bauweise besitzen. Die Serienproduktion mit einem globalen Fahrzeughersteller startet im nächsten Jahr.