Der neue Actros kommt, der Axor geht

Autor / Redakteur: Stephan Richter / Vera Scheid

Der neue Actros ist da und ersetzt in Europa spätestens 2013 das aktuelle Modell sowie die Axor-Baureihe. Die Kunden müssen je nach Euro-5- oder Euro-6-Variante mit einem Aufpreis von vier bis sechszehn Prozent rechnen.

Firmen zum Thema

„The new Actros“: Der ganze Stolz von Mercedes-Benz.
„The new Actros“: Der ganze Stolz von Mercedes-Benz.
( Archiv: Vogel Business Media )

Mercedes-Benz beschert seinen Kunden im Jubiläums-Jahr „125 Jahre Automobil“ mit dem Actros einen neuen Schwer-Lastkraftwagen. Zehn Jahre Entwicklung, eine Milliarde Euro Kosten, zwanzig Millionen Testkilometer und die Arbeit von über 1.800 Daimler-Mitarbeitern stecken in dem neuen Flaggschiff des Herstellers.

Andreas Rentschler, Vorstandsmitglied der Daimler AG fasst die Stimmung des Herstellers zusammen: „So ein Ereignis erleben wir nur alle fünfzehn Jahre. Der heutige Tag ist für uns wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen. Wir präsentieren einen völlig neuen Actros. Mit neuem Design, Motoren, Fahrerkabinen, Interieur, Chassis, besserer Wirtschaftlichkeit und Fahrdynamik sowie einem höheren Komfort.“

2013 entfällt der Axor

Für den europäischen Markt erwartet Rentschler in 2011 einen Zuwachs von über 25 Prozent in der Klasse über sechs Tonnen. „Es geht wieder aufwärts. Wir bringen den richtigen Lkw zur richtigen Zeit.“ Bis 2013 können die europäischen Kunden noch zwischen der aktuellen Baureihe als Actros oder Axor sowie dem neuen Modell wählen. Dann gilt die Euro-6-Norm und Daimler streicht in dem Zug auch den Axor aus seinem Lieferprogramm, erklärt Dr. Jörg Zürn, Leiter Entwicklung Mercedes-Benz Trucks. Künftig sind auch die kleinen Varianten von Daimler unter dem Namen Actros erhältlich.

Die neue Motorengeneration

Die Motorenpalette OM 471 umfasst das Leistungsspektrum von 310 Kw/421 PS bis 375 Kw/510 PS und ist in einer Euro-5- sowie Euro-6-Variante erhältlich. Gegenüber dem Vorgängermodell ist der neue Actros (Euro 5) um vier bis sechs Prozent teurer. Kunden, die einen Antrieb wählen, der der Euro-6-Norm entspricht, müssen mit einem Aufpreis von 14 bis 16 Prozent rechnen, erklärt Hubertus Troska, Leiter Mercedes-Benz Lkw (Europa/Lateinamerika). Durch einen gesenkten Verbrauch wäre bei einem Euro-5-Fahrzeug der erhöhte Preis jedoch bereits nach anderthalb Jahren ausgeglichen, ist sich Troska sicher. Die Kraftstoffeinsparung beziffert Rentschler mit sechs bis sieben Prozent (Euro 5) gegenüber dem Vorgänger und bei einem Euro-6-Motor mit drei bis vier Prozent.

In den kommenden Jahren möchte der Hersteller die Motorenpalette nach oben sowie nach unten erweitern. Für 2012 plant Mercedes-Benz Fahrzeuge für den Lieferverkehr und 2013 für den Baustellenbetrieb anzubieten.

Fleetboard ist serienmäßig

Das Telematiksystem Fleetboard ist im neuen Modell serienmäßig enthalten und die Kunden können es vier Monate kostenfrei testen. Bei Interesse entfällt danach eine Aktivierungsgebühr von 800 Euro. „Der Unterschied im Kraftstoffverbrauch zwischen einem guten und einem schlechten Fahrer liegt zwischen fünf und fünfzehn Prozent. Mit unserem Telematikangebot unterstützen wir Speditionen nachhaltig dabei, ihre Dieselkosten zu senken. Diese nehmen unter den laufenden Ausgaben durchschnittlich 25 Prozent ein“, beschreibt Troska.

Liefertermin noch 2011

Der Verkaufsstart für das Fahrzeug ist für den 1. Juli festgelegt, die Produktion soll Ende September starten und Mercedes-Benz plant, die ersten Modelle in Deutschland bis Ende des Jahres ausliefern zu können.

Vor 115 Jahren brachte Gottlieb Daimler den ersten Lkw des heute weltweit agierenden Herstellers auf den Markt. Andreas Rentschler gibt sich selbstbewusst: „Der neue Actros ist das größte Projekt in der Geschichte von Daimler Trucks und unser Firmengründer wäre sicherlich genauso stolz wie wir über das Ergebnis.“

(ID:378940)