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Der Retter des Volkswagen-Konzerns

| Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Angesichts der Umsatzrekorde des Volkswagen-Konzerns gerät in Vergessenheit, dass bei Einführung des ersten Golf das Unternehmen auf der Kippe stand. Ein rasanter Rückblick aus dem Blickwinkel eines freiwillig Betroffenen.

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6,2 Millionen Golf 1 hat VW produziert. Nur wenige der „Blechstoßstangen“-Modelle (Bj. 1974-1978) haben überlebt und bereichern Oldi-Veranstaltungen.
6,2 Millionen Golf 1 hat VW produziert. Nur wenige der „Blechstoßstangen“-Modelle (Bj. 1974-1978) haben überlebt und bereichern Oldi-Veranstaltungen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Europas größter Automobilhersteller schickt sich an, die Nummer eins zu werden – weltweit. Er verleibt sich andere Hersteller ein – Beispiel Porsche – übernimmt ehemalige Zulieferer – Beispiel Karmann – und kauft sich, ganz aktuell, bei Haus- und Hofdienstleistern ein – Beispiel Giugiaro/Italdesign. Das war nicht immer so.

Rückblende: Wir schreiben das Jahr 1971. Die Zeiten sind hart. Für den großen Automobilhersteller und das ehemalige Vorzeige-Wirtschaftswunder Volkswagen sogar sehr hart. Der Käfer ist – um es vorsichtig auszudrücken – in die Jahre gekommen, sein großer Bruder, der VW 1500/1600, nur mäßig erfolgreich und der Typ 411/412 aus wirtschaftlicher wie aus imagepolitischer Sicht ein echter Rohrkrepierer.

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Zu lange halten die Konzernkapitäne vom Mittellandkanal am Bauprinzip des luftgekühlten Boxerheckmotors fest – eine fatale Entscheidung. Selbst als die Erkenntnis reift, auf die modernen wassergekühlten Frontmotorkonzepte der Mitbewerber reagieren zu müssen, kommt es weiterhin zu fragwürdigen Entscheidungen auf der VW-Kommandobrücke. Der von Porsche als Käfer-Erbe und „Ur-Golf“ entwickelte Typ „EA 266“ etwa war mit einem zwar wassergekühlten, aber die Hinterräder antreibenden Mittelmotor(!) ausgestattet. Fahrverhalten: chaotisch.

Fünf Minuten vor zwölf

Rudolf Leidung, seit Oktober neuer VW-Chef, erkennt Situation und Zeichen der Zeit und zieht bei dem serienreifen Projekt kurz vor der prognostizierten Bruchlandung die Reißleine. Stattdessen setzt er auf eine bereits begonnene Entwicklung, die auf dem Typ EA 276 – quasi dem „Urschleim“ des mittlerweile in sechster Auflage erschienen Millionensellers Golf – basiert. Nicht erst im Abstand von vier Jahrzehnten betrachtet eine weise Entscheidung. Das Ergebnis ist ein Fahrzeug, dass dem Autor immer noch gute Dienste tut.

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