Corona-Folgen Deutsche Autobauer können Pandemie bislang gut schultern

Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Die großen deutschen Autohersteller haben die Corona-Krise laut einer Branchenstudie des Beratungsunternehmens EY vergangenes Jahr im Ländervergleich am besten weggesteckt. Das hat zwei wesentliche Gründe.

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Die deutschen Autobauer haben trotz der Corona-Krise im Jahr 2020 relativ wenig Produktion verloren.
Die deutschen Autobauer haben trotz der Corona-Krise im Jahr 2020 relativ wenig Produktion verloren.
(Foto: Ford)

Daimler, Volkswagen und BMW hätten mit einem Umsatzrückgang von 10 Prozent, einem Absatzminus von 14 Prozent und einem Rückgang beim operativen Gewinn von 26 Prozent im Durchschnitt deutlich besser abgeschnitten als große Hersteller anderer Nationen, hieß es in der Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag.

Branchenweit sei der Gesamtumsatz der 17 weltweit größten Hersteller im Vorjahr um 13 Prozent gesunken. Der Pkw-Absatz sei um 16 Prozent nach unten gegangen, der Betriebsgewinn gar um 37 Prozent. Die durchschnittliche Marge der 17 betrachteten Unternehmen schrumpfte von 5,0 Prozent im Vorjahr auf 3,6 Prozent. Die drei deutschen Unternehmen – BMW, Volkswagen und Daimler – wirtschafteten mit Margen von 4,9 bzw. jeweils 4,3 Prozent profitabler als die Mehrheit der übrigen Unternehmen.

Besonders hart getroffen worden seien insbesondere die französischen Hersteller, deren Umsatz laut Studie um 20 Prozent einbrach, während der Absatz um 24 Prozent und der Betriebsgewinn um 84 Prozent sanken. Aber auch Hersteller aus den USA und Japan lagen laut der Studie in allen drei Kategorien hinter den deutschen Konzernen.

SUVs und Luxusautos bleiben die Margentreiber

Die Hauptgründe für die sehr heterogene Umsatz- und Gewinnentwicklung waren nach Einschätzung von EY-Autofachmann Peter Fuß neben verschiedenen regionalen Schwerpunkten die Unterschiede im Produktportfolio. „SUVs und Luxusfahrzeuge waren auch im vergangenen Jahr wieder die Haupttreiber der Margen.“

Regional spiele das Engagement in China eine wichtige Rolle: Unternehmen mit einem starken China-Anteil profitierten von der relativ stabilen Entwicklung des größten Automarktes der Welt. „Wer hingegen vor allem in Europa aktiv ist, musste teils massive Einbußen hinnehmen.“ In beiden Punkten sind die deutschen Autobauer relativ stark.

Volkswagen ist von China besonders abhängig

Insgesamt war laut EY im Vorjahr fast jeder vierte Neuwagen von Volkswagen, BMW und Daimler an einen chinesischen Kunden übergeben worden. Die größte Bedeutung hat China für Volkswagen (43 %), gefolgt von BMW (33 %) und Daimler (32 %). Betrachtet man alle 17 weltweit größten Autokonzerne, sank der Gesamtabsatz von Pkw dieser Hersteller in China lediglich um 4 Prozent. In den USA (-14 %), Japan (-17 %) und in Westeuropa (-25 %) fielen die Rückgänge dagegen wesentlich deutlicher aus.

Trotz teils massiver Umsatz- und Gewinneinbußen gingen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung insgesamt nur relativ geringfügig – um sieben Prozent – zurück. Die Mehrheit der Unternehmen reduzierte die Investitionen um einen einstelligen Prozentsatz, nur ein Unternehmen – Tesla – erhöhte seine F&E-Ausgaben. Die höchsten F&E-Ausgaben wies Volkswagen mit 12,1 Milliarden Euro aus, gefolgt von Toyota (8,8 Milliarden Euro) und Ford (6,2 Milliarden Euro).

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