Die Autobranche verabschiedet Walter Müller

Autor Stephan Richter

Die Mercedes-Benz Niederlassung Berlin hat ihren langjährigen Direktor verabschiedet. Während des Festakts forderte Walter Müller, den Vertriebsverantwortlichen genügend Freiheiten zu lassen.

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Stets ein Mann der großen Gesten: Walter Müller räumt seinen Direktoren-Posten bei Mercedes in Berlin.
Stets ein Mann der großen Gesten: Walter Müller räumt seinen Direktoren-Posten bei Mercedes in Berlin.
(Foto: Richter)

Im Rahmen eines offiziellen Festakts hat Jürgen Hermann am Mittwoch die Leitung der Mercedes-Benz Niederlassung von Walter Müller übernommen. Im Beisein von 500 geladenen Gästen aus Handel, Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur sowie zahlreichen Herstellervertretern verabschiedete die Daimler AG Walter Müller nach 32 Dienstjahren in den Ruhestand – den Posten des Direktors der Niederlassung hatte Müller seit 1996 inne.

Seitens des Konzerns würdigten Ola Källenius, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, und Harald Schuff, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland, das Wirken Müllers. Er sei ein „Vollblutvertriebler“ beschrieb es Källenius. Schuff definierte den scheidenden Direktor als einen Menschen, der von jedem Detail eine klare Vorstellung hatte, stets ein leidenschaftlicher Markenbotschafter war und die Latte für seinen Nachfolger Jürgen Herrmann sehr hoch gelegt hat. Über 400.000 Fahrzeuge hat die Niederlassung Berlin während der Müller-Ära an ihre Kunden ausgeliefert. Herrmann wechselte am 1. Januar von der Mercedes-Niederlassung Rhein-Ruhr nach Berlin. Dort war er bereits von 2000 bis 2007 als Verkaufsleiter am Salzufer tätig.

Appell an den Hersteller

Müller selbst bedankte sich bei einer Vielzahl seiner Wegbegleiter, vergaß jedoch nicht eine klare Botschaft in Richtung des Konzerns zu senden: „Ohne das Privileg der Freiheit und der Unabhängigkeit kann ein Vertrieb nicht funktionieren“, betonte Müller, der in seiner Amtszeit gegen viele Außeneinwirkungen gekämpft hat, um seiner Niederlassung die notwendige Eigenständigkeit gegenüber dem Hersteller zu bewahren. Hier gebe es klare Grenzen, ob nun für eine herstellereigene Filiale oder einen privat geführten Händlerbetrieb.

Der Dienstwagen des regierenden Oberbürgermeisters avancierte zum Running-Gag der Veranstaltung – ganz so als wäre dies die größte Herausforderung, der sich Jürgen Herrmann künftig stellen muss. Denn noch hat Klaus Wowereit keinen Mercedes. „Jeder Kunde hat sein Datum. Es liegt an uns, es zu bestimmen“, gab Müller den Auftrag, den er selbst nie erfüllen konnte, an seinen Nachfolger weiter.

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