Deuvet Die befürchtete H-Kennzeichen-Schwemme bleibt aus

Autor: Steffen Dominsky

Eine Analyse des Bundesverbands Oldtimer-Youngtimer e. V. zur Zulassungsstatistik für 2020 widerlegt die Befürchtung, dass immer mehr „alte Gebrauchte“ mit Oldtimerzulassung bewegt werden. Dem Ansehen des rollenden Kulturguts droht folglich kein Schaden.

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Die Zahl der Pkw, die ein H-Kennzeichen erhalten, wächst langsamer als die Gesamtzahl aller Pkw älter 30 Jahre. Von einer H-Kennzeichen-Schwemme kann laut Deuvet nicht die Rede sein.
Die Zahl der Pkw, die ein H-Kennzeichen erhalten, wächst langsamer als die Gesamtzahl aller Pkw älter 30 Jahre. Von einer H-Kennzeichen-Schwemme kann laut Deuvet nicht die Rede sein.
(Bild: Deuvet)

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat kürzlich seine Zulassungszahlen für 2020 veröffentlicht. Damit beginnt für zahlreiche Marktteilnehmer wieder das große Rechnen, sprich die Analyse der Entwicklung des aktuellen Bestands. In Summe sind 66,9 Millionen Fahrzeuge fahrbereit – rund eine Million mehr als im Vorjahr, was einem Plus von 1,6 Prozent entspricht. Das Durchschnittsalter stieg von 9,6 auf 9,8 Jahre leicht an.

Das Segment Pkw legte auf 48,2 Millionen Einheiten zu (+ 1,1 %). Davon erreichten 983.289 Fahrzeuge, also rund zwei Prozent des Gesamtbestands Pkw, ein Alter von mehr als 30 Jahren, was einem deutlichen Plus von 126.000 Einheiten bzw. 14,7 Prozent entspricht. Die Zahl sämtlicher Fahrzeuge mit H-Kennzeichen, also Pkw, Lkw, Zweiräder und Anhänger legte um gut 65.000 (+ 11 %) auf 660.520 Einheiten zu. Dies entspricht einem Anteil von knapp einem Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge.

Auch der Bundesverband Oldtimer-Youngtimer e. V., kurz Deuvet, interessiert sich naturgemäß speziell für letztgenanntes Segment, und da vor allem für die Kraftfahrzeuge mit H-Kennzeichen. „Hier zeigt sich ein abweichender Zuwachs“, erklärt Deuvet-Präsident Peter Schneider. So ist die Zahl der Pkw mit H-Kennzeichen bis Ende 2020 um rund 58.000 Stück auf 584.509 Einheiten gestiegen. „Das entspricht einer Zunahme von ‚nur‘ elf Prozent im Vergleich zu besagten 14,7 Prozent“, so Schneider weiter.

Zu einer in letzter Zeit oftmals befürchteten „H-Schwemme“ ist es somit bis dato nicht gekommen. Einen Grund dafür sieht der Deuvet-Präsident in den Voraussetzungen für die Anerkennung als historisch wertvolles Kulturgut. Diese wurden aktuell verschärft. Hinzu kommt das Thema „Steuervorteil“: Bei immer mehr Neu-Oldtimern bringen die 191 Euro-Pauschalsteuer dem Halter keinen Vorteil, im Gegenteil. Dank entsprechender Euroklassen-Einstufung müssen Eigner, wenn sie ihr Fahrzeuge regulär zulassen, weniger als besagte 191 Euro berappen.

„Trotz schwieriger Zeiten inmitten der Corona-bedingten Einschränkungen bei Treffen und Veranstaltungen ist die Liebe zum klassischen Automobil ungebrochen. Bedingt durch den Wegfall von Ausgaben für Reisen und Urlaub investierten Menschen teilweise sogar mehr in das Hobby Oldtimer/Youngtimer“ resümiert Deuvet-Präsident Schneider.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group