Corona-Folgen Die Lust am eigenen Auto ist stark gestiegen

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Ein geringeres Infektionsrisiko im eigenen Wagen hat das Interesse an individueller Mobilität und am Autokauf deutlich gestärkt. Eine Studie von Capgemini zeigt jedoch, dass die erwartete höhere Nachfrage auch Nachteile für die Autobauer haben wird.

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Lieber allein am Steuer als mit Menschenmassen in öffentlichen Verkehrsmitteln: Das Interesse an individueller Mobilität ist stark gestiegen.
Lieber allein am Steuer als mit Menschenmassen in öffentlichen Verkehrsmitteln: Das Interesse an individueller Mobilität ist stark gestiegen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Corona-Pandemie hat die Nutzung des eigenen Autos und die Kaufabsichten einer Studie zufolge stark erhöht: „87 Prozent der Verbraucher weltweit bevorzugen die Nutzung eines privaten Fahrzeugs, um sicher unterwegs zu sein“, teilte die Unternehmensberatung Capgemini nach der Befragung von 11.000 Verbrauchern mit. Zu Beginn der Pandemie seien es nur 57 Prozent gewesen.

Weltweit 78 Prozent der Befragten ziehen demnach „ihr eigenes Fahrzeug den öffentlichen Verkehrsmitteln vor; in Deutschland liegt der Anteil nun bei 74 Prozent“. Fahrgemeinschaften wegen Gesundheitsbedenken vermeiden wollen 81 Prozent der Befragten. 72 Prozent sagten, „dass sie es mehr als vor der Pandemie schätzen, jederzeit auf ein eigenes Fahrzeug zurückgreifen zu können“.

Der Anteil der Befragten, der in den nächsten zwölf Monaten ein eigenes Auto kaufen möchte, stieg seit April in Deutschland von 25 auf 39 Prozent, weltweit von 35 auf 46 Prozent. Günstige Autokredite, staatliche Zuschüsse für Elektroautos und eine Konjunkturerholung nach der Pandemie dürften die Nachfrage antreiben, so die Unternehmensberater.

Wünsche im Vergleich zum letzten Jahr heruntergeschraubt

Allerdings habe gut die Hälfte derer, die einen Autokauf erwägen, „ihre Wünsche im Vergleich zum letzten Jahr heruntergeschraubt“: Sie würden nun ein kleineres Auto und weniger Ausstattung vorziehen. Das werde die Gewinnmarge der Automobilhersteller drücken, so Capgemini.

Die Unternehmensberatung hatte im April 2020 und im Oktober und November 2020 jeweils 11.000 Verbraucher in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Schweden, Norwegen, den USA, Indien und China befragt. Die in die Studie einbezogenen Länder repräsentieren 62 Prozent der weltweiten jährlichen Pkw-Verkäufe im Jahr 2019.

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