Mobilitätsvorsätze Die meisten Deutsche wollen nicht aufs Auto verzichten

Von Doris Pfaff

Es gibt viele unterschiedliche Wünsche und Vorsätze für das kommende Jahr. Mit welchem Fahrzeug sie sich im kommenden Jahr fortbewegen wollen, darin sind sich 82 Prozent der Deutschen einig: mit dem eigenen Auto.

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Das unterschiedliche Mobilitätsverhalten zeigt sich gut in den Innenstädten. Auf ein eigenes Auto wollen die meisten Deutschen laut HEM-Studie 2021 nicht verzichten, auch wenn sie zukünftig mehr mit dem Rad fahren oder zu Fuß gehen wollen.
Das unterschiedliche Mobilitätsverhalten zeigt sich gut in den Innenstädten. Auf ein eigenes Auto wollen die meisten Deutschen laut HEM-Studie 2021 nicht verzichten, auch wenn sie zukünftig mehr mit dem Rad fahren oder zu Fuß gehen wollen.
(Bild: ©scusi - stock.adobe.com)

Die Tankstellenkette HEM führte im Dezember die Studie „Mobilitätsvorsätze der Deutschen“ durch. Befragt wurden knapp 2.000 Personen ab 18 Jahren nach ihren Vorsätzen für 2022: Mit welchem Fahrzeug legen sie vorzugsweise den Weg zu ihrer Arbeit zurück? Was wollen sie gegebenenfalls mehr oder weniger nutzen? Und wie sind ihre Einstellungen zur E-Mobilität?

Wenn man sich die unter dem Stau leidenden Innenstädte anschaut, überraschen die Antworten nicht wirklich: Auch im neuen Jahr wollen 82 Prozent der Deutschen ihre Arbeitswege weiterhin mit dem Auto antreten. 22 Prozent wollen auch das eigene Fahrzeug mehr wertschätzen und pflegen, 16 Prozent wollen häufiger Rad fahren und 11 Prozent mehr zu Fuß gehen.

Als Gründe für die letzteren Vorsätze gibt jeder Vierte an, angesichts der hohen Spritpreise Geld sparen zu wollen, 22 Prozent wollen sich mehr bewegen, 16 Prozent ihren ökologischen Fußabdruck verbessern und 15 Prozent mehr an der frischen Luft sein.

Skepsis gegenüber der Elektromobilität

Einig waren sich die Befragten auch in ihrer Skepsis gegenüber der Elektromobilität. Nur 13 Prozent können sich vorstellen, 2022 einen Stromer anzuschaffen, 15 Prozent würden es vielleicht in Betracht ziehen. 24 Prozent können sich einen Wechsel zu einem E-Auto erst in ein paar Jahren vorstellen.

Mehrheitlich scheint das Vertrauen in ein Auto mit Verbrennungsmotor höher zu sein. Denn weniger die Hälfte der Befragten (47 Prozent) könnte sich überhaupt vorstellen, anstelle eines Verbrenners ein Fahrzeug mit einem anderen Antrieb zu fahren. Aktuell fährt die Mehrheit der Autofahrer noch mit Benzin (64 Prozent) oder Diesel (33 Prozent).

Als Hauptgrund für ihre Bedenken gegenüber der Elektromobilität gaben die Studienteilnehmer den hohen Anschaffungspreis an: Jeder Dritte hält den Kauf von einem E-Fahrzeug für zu teuer, weitere 25 Prozent sind allgemein nicht von dem Konzept überzeugt, und 19 Prozent sehen das Angebot der Ladeinfrastruktur kritisch. 13 Prozent haben Angst, auf Reisen keine geeignete Lademöglichkeit zu finden.

50 Prozent derjenigen, die sich vorstellen können, auf ein E-Auto umzusteigen, wünschen sich ein Ladenangebot in ihrem Zuhause. 22 Prozent der Teilnehmer würden geeignete Tankstellen oder öffentliche Parkplätze (16 Prozent) dafür nutzen wollen.

Unabhängig vom Antrieb ihres Fahrzeugs erklärten 72 Prozent, auch in Zukunft nicht auf ihr Auto verzichten zu wollen. Das Auto ist demnach weiterhin der Deutschen liebstes Fortbewegungsmittel.

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