Die Power auf der Rolle

Mit einem Leistungsprüfstand kann man Tuningmaßnahmen belegen und "Testfahrten" durchführen

29.05.2008 | Autor: Markus Lauer

Auf dem Allrad-Leistungsprüfstand von AHS kann man auch Fahrzeuge testen, bei denen nur eine Achse angetrieben wird.
Auf dem Allrad-Leistungsprüfstand von AHS kann man auch Fahrzeuge testen, bei denen nur eine Achse angetrieben wird.

Um den Kunden nicht nur Versprechungen über die erreichbare Leistung zu machen, sondern diese auch handfest nachweisen zu können, haben Kfz-Werkstätten die Möglichkeit, das Leistungsniveau auf einem Leistungsprüfstand eines Fahrzeugs zu belegen. Hier misst man in der Regel die Radleistung, die dann über eine Software in die Nutzleistung des Motors zurückgerechnet wird.

Zudem können Tuner als Vorbereitung zur erneuten Homologation von Fahrzeugen beispielsweise Fahrzyklen mit Abgas- und Beschleunigungssimulation durchführen. Dies ist notwendig, wenn eine Tuner-Werkstatt tief greifende Änderungen an der Abgasanlage oder anderen Fahrzeugkomponenten durchgeführt hat.

Prüfgeschwindigkeit bis 260 km/h

Der Allrad-Leistungsprüfstand LPS 2510-4WD der Marke Cartec von Snap-on arbeitet mit einer elektrischen Wirbelstrombremse, die wahlweise für die linke oder rechte Seite lieferbar ist. Die mit dem Prüfstand abbremsbare Leistung beträgt maximal 2 x 360 kW/490 PS. Die maximale Prüfgeschwindigkeit beträgt 260 km/h.

Der LPS 2510-4WD besteht aus einem feuerverzinkten Rollensatz mit Wirbelstrombremse, einer Anzeigeeinheit und einer elektronischen Steuerung. Hiermit lassen sich die Belastung des Fahrzeugs stufenlos einstellen und unterschiedliche Fahrzustände simulieren. Außerdem unterstützt das System die Suche nach Fehlern, die nur bei bestimmten Fahrsituationen oder Geschwindigkeiten auftreten. Über eine Fernbedienung kann man den Achsabstand hydraulisch verstellen.

Der Prüfstand ist mit schrägen Auf- und Abfahrrampen ausgestattet, die Beschädigungen an tiefergelegten Kraftfahrzeugen mit Frontspoilern vermeiden.

Den Prüfstand Dynatest-Pro der Marke Hofmann-Werkstatt-Technik (Snap-on) gibt es in verschiedenen Ausführungen: Der Dynatest-Pro-260 kW ist das Einsteigermodell mit einer maximalen abbremsbaren Radleistung von 260 kW und einer maximalen messbaren Leistung von 400 kW. Das Universalmodell Dynatest-Pro-360 kW ermittelt eine maximale abbremsbare Radleistung von 360 kW und eine maximale messbare Leistung von 400 kW. Die Ausführung Dynatest-Pro-460 kW ist das Hochleistungsmodell. Es kann eine maximale abbremsbare Radleistung von 460 kW ermitteln und eine maximale messbare Leistung von 600 kW. Die verschiedenen Testgeräte gibt es als Ein-Achs- und Allrad-Ausführung. Hierbei werden bei der angehobenen Hebeschwelle die Rollen durch die Rollenbremse blockiert. Eine geteilte Mittelabdeckung, die sich mit der Hebeschwelle selbsttätig hebt und senkt, verhindert beim Absenken Beschädigungen am Differenzial oder an der Ölwanne.

Die hydraulische Verschiebevorrichtung, die zur Verstellung des Achsabstands dient, wird über die IR-Fernbedienung gesteuert.

Die elektronisch regelbare Wirbelstrombremse der Leistungsprüfstände wird durch großflächige Umluftöffnungen gekühlt. Die Wirbelstrombremse ist wahlweise für die linke oder rechte Seite lieferbar. Eine spezielle Konstruktion am Rollensatz hilft, Beschädigungen an tiefergelegten Kraftfahrzeugen mit Frontspoilern zu vermeiden. Die Leistungsprüfstände werden entweder über den PC oder über eine Infrarot-Fernbedienung gesteuert.

Mit der Software sind die grafische Darstellung, (Auswertmöglichkeiten durch Überlagerung von Datensätzen), der Ausdruck, sowie die Speicherung der Daten in einer Datenbank möglich.

Fahrsituationen simulieren

Der Leistungsprüfstand LPS 3000 des Allgäuer Unternehmens Maha arbeitet mit einem zentralen PC mit Windows-Oberfläche, der den Prüfstand steuert, die Auswertung durchführt und die Messergebnisse anzeigt.

Die Mess- und Regeltechnik bietet eine feine Regelung der Wirbelstrombremse. Der modulare Aufbau des LPS 3000 macht den Prüfstand laut Maha zukunftssicher und ermöglicht es, ihn an Kundenwünsche anzupassen.

Die Rollensätze des Vorgängermodells LPS 2000 (Pkw, Lkw, Motorrad) hat Maha unverändert übernommen. Das bedeutet, dass Besitzer eines LPS 2000 den Prüfstand ohne aufwändige Arbeiten am Fundament auf die Mess- und Regeltechnik des LPS 3000 umrüsten können.

Mit dem neuen Gerät können Werkstätten umfangreiche Testfahrten von öffentlichen Straßen in die Halle verlagern: Über das Programm kann man Straßenfahrten simulieren und Fahrzyklen nachfahren.

Das Ziel von AHS Prüftechnik war es, die vom Motor abgegebene Leistung genau zu bestimmen. Diese Leistung ergibt sich aus der gemessenen Radleistung am Rollensatz abzüglich der auftretenden Verluste. Erst wenn man die Verlustleistung genau bestimmt hat, erhält man ein wirklich exaktes Ergebnis. Das Unternehmen hat hierfür ein spezielles Verfahren entwickelt und patentieren lassen: die aktive Verlustleistung.

Die Leistung genau bestimmen

Das AHS-Verfahren geht davon aus, dass die Verlustleistung auf dem Prüfstand bei vorgegebener Geschwindigkeit annährend konstant ist, egal, ob der Antriebsstrang durch den Fahrzeugmotor oder durch einen externen Motor angetrieben wird. In der Praxis sieht das nun so aus, dass der Werkstattmitarbeiter zunächst die Radleistung eines Fahrzeugs für verschiedene Geschwindigkeiten bestimmt. Anschließend wird der Rollensatz mithilfe eines Elektromotors angetrieben, um die Verluste zu ermitteln, die für die verschiedenen Geschwindigkeiten vorher vom Fahrzeugmotor zu überwinden waren. Die Addition der gemessenen Radleistung bei einer Geschwindigkeit und der gemessenen Verlustleistung bei der gleichen Geschwindigkeit ergibt die vorhandene Motorleistung. Auch der Einfluss des Prüfstands selbst, der während der Prüfung einen Teil der eingebrachten Leistung „schluckt“, wird eliminiert.

Die im Prüfstand oder Fahrzeug vorhandenen Schwungmassen haben keine Auswirkungen. Auch die Verluste der nicht angetriebenen Achsen können mit dem AHS-Verfahren problemlos ermittelt werden. AHS wendet dieses Verfahren für die Leistungsprüfung aller Fahrzeuge an – egal ob Pkw, Allradfahrzeug, Lkw oder Motorrad.

Bei beengten Platzverhältnissen in der Werkstatt empfiehlt AHS die Duo-Version. Diese Ausführung ermöglicht es, sowohl Fahrzeuge mit Vorderrad- als auch mit Hinterradantrieb zu prüfen. Pkw mit Vorderradantrieb fahren vorwärts, solche mit Hinterradantrieb fahren rückwärts in die Prüfbox. ?

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