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Die sechs wichtigsten Tipps für den RDKS-Service

| Autor: Jan Rosenow

Immer häufiger kommen Autos mit Reifendruckkontrollsystem in die Werkstätten. Der BRV informiert, was bei diesen zu beachten ist – vom Servicekit bis zur Batterie.

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Bei jedem Sensorwechsel ist das Ventil oder der sogenannte Servicekit zu wechseln.
Bei jedem Sensorwechsel ist das Ventil oder der sogenannte Servicekit zu wechseln.
(Bild: Schrader)

Mehrere Millionen Pkws mit direkt messendem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) sind bereits auf unseren Straßen unterwegs. Und immer häufiger tauchen diese auch in freien Werkstätten zum Räderwechsel auf. Was Betriebe beim Umgang mit dem RDKS beachten müssen, hat der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) zusammengefasst:

  • Bei Fahrzeugen mit direkt messendem RDKS muss die Werkstatt vor dem Reifenwechsel eine Eingangs- und abschließend eine Ausgangskontrolle des Systems durchführen und protokollieren, um sich in Sachen Gewährleistung abzusichern.
  • Bei jedem Reifenwechsel ist bei Sensoren mit Gummi-Snap-in-Ventilen das Ventil zu erneuern; bei Sensoren mit Metall-Schraubventilen müssen alle Teile erneuert werden, die besonderen Alterungs- und Korrosionseinflüssen unterliegen (Dichtungen, Ventileinsatz, Staubkappe, gegebenenfalls Überwurfmutter).
  • Zur einwandfreien RDKS-Diagnose und -Programmierung müssen die in der Werkstatt verwendeten Programmiertools durch regelmäßige Updates auf dem neuesten Stand sein.
  • Die Betriebe sollten ihre Kunden darauf hinweisen, dass der Batteriestand der RDKS-Sensoren bislang technisch bedingt nicht ausgelesen werden kann. Aufgrund der von den Sensorherstellern auf rund sechs Jahre und etwa 160.000 Kilometer geschätzten Batterielebensdauer ist deshalb zunehmend mit Ausfällen zu rechnen – unter Umständen auch kurz nach einem Werkstattaufenthalt.
  • Bei Fahrzeugen, die unter die RDKS-Pflicht fallen (Typgenehmigung ab dem 1. November 2012 bzw. Neuzulassung ab dem 1. November 2014), ist eine Deaktivierung des RDKS unzulässig. Zwar erlischt die ABE nicht, aber in der Hauptuntersuchung (HU) wird ein nicht funktionsfähiges Reifendruckkontrollsystem als erheblicher Mangel eingestuft.
  • Defekte oder verbrauchte Sensoren dürfen nicht in den normalen Müll, sie sind wie Elektroschrott zu entsorgen.

Der Reifenwechsel an Fahrzeugen mit RDKS ist mit einem teils erheblichen Mehraufwand verbunden. Das gilt für die Arbeitszeit ebenso wie für den Teilebedarf – ganz zu schweigen von den Kosten, die für die erforderliche Werkstattausrüstung und Schulungen anfallen. Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer und Technikexperte des BRV, rät deshalb den Betrieben: „Kalkulieren Sie den RDKS-Service unbedingt in den Räderwechselpreis ein und machen Sie dem Kunden klar, dass er dafür auch einen Mehrwert erhält.“ Denn eine funktionierende Reifendrucküberwachung kann Unfälle verhindern und sorgt für niedrigeren Reifenverschleiß und Kraftstoffverbrauch.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group