Dieselabgas: Dekra-Chef fordert Stickoxidmessung

EU-Vorgaben zum Flottenverbrauch nicht realistisch

| Autor: Wolfgang Michel

Dekra-Chef Stefan Kölbl fordert die Politik in Sachen Stickoxid-Abgasmessung zum Handeln auf.
Dekra-Chef Stefan Kölbl fordert die Politik in Sachen Stickoxid-Abgasmessung zum Handeln auf. (Bild: Dekra)

Dekra-Chef Stefan Kölbl fordert klare Regelungen zur Stickoxid-Problematik vonseiten der Politik. „Wir plädieren seit langer Zeit in Berlin und in Brüssel dafür, dass wir die Stickoxide im Rahmen der Abgasuntersuchungen beziehungsweise der Hauptuntersuchungen prüfen dürfen“, sagte Kölbl im Rahmen einer Veranstaltung in der Stuttgarter Unternehmenszentrale am Montag. Aufgrund fehlender gesetzlicher Vorgaben messe derzeit niemand den tatsächlichen Stickoxidausstoß im Lebenszyklus der Dieselfahrzeuge. Nur ständig über Stickoxide zu diskutieren und zu debattieren, helfe dabei niemanden.

In diesem Zusammenhang ging der Dekra-Vorstandsvorsitzende auch auf die von der EU ständig neu definierten Abgasgrenzwerte ein. Diese seien sinnlos, solange die bestehenden Grenzwerte noch nicht erfüllt seien. Mit Blick auf drohende Fahrverbote in Deutschlands Innenstädten verlangt er von den Politikern in Brüssel und Berlin dabei deutlich mehr Realismus. „Wir prüfen weltweit die meisten Fahrzeuge. Und wenn wir von CO2-Emission sprechen, dann wissen wir, dass Dieselmotoren nicht nur sparsamer als Benziner sind. Die neuen Diesel sind auch sehr sauber“, sagte Kölbl. Das Problem sei jedoch der Bestand von älteren Dieselfahrzeugen. „Wir wissen heute schon, dass die Flottenverbräuche, die bis 2021 innerhalb der EU gelten sollen, nicht mehr zu erreichen sind. Mehr Realismus würde der Sache guttun“, so Kölbl weiter.

Weiter positive Geschäftsentwicklung

Im Rahmen der Veranstaltung präsentierte der Dekra-Vorstand auch vorläufige Zahlen des laufenden Geschäftsjahres. „Wir werden dieses Jahr voraussichtlich im Konzernumsatz um sieben Prozent auf 3,1 Milliarden Euro wachsen und auch das Ergebnis steigern“, sagte Kölbl. 2017 habe das Unternehmen zudem insgesamt 150 Millionen Euro investiert und damit so viel wie nie zuvor. Weiterhin habe die Dekra weltweit 4.300 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Bis zum Jahresende wird der Konzern rund 43.000 Angestellte zählen. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind 15.000 dazugekommen.

„Damit fasse ich schwäbisch zusammen: Wir sind zufrieden, die Geschäfte laufen ganz ordentlich. Für das neue Jahr sind wir sehr positiv gestimmt. Viele Ampeln stehen auf Grün, die Weichen für 2018 sind gestellt“, sagte Kölbl abschließend.

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