Dieselgate: US-Börsenaufsicht verklagt Volkswagen und Winterkorn

Neuer Ärger droht

| Autor: Christoph Seyerlein

Gegen Martin Winterkorn läuft weiterhin ein Haftbefehl in den USA.
Gegen Martin Winterkorn läuft weiterhin ein Haftbefehl in den USA. (Foto: VW)

Volkswagen wird den Diesel-Skandal nicht los. Wie am Freitag bekannt wurde, hat die US-Börsenaufsicht SEC Anklage gegen den Konzern sowie dessen Ex-Chef Martin Winterkorn erhoben. Sie beschuldigt die Wolfsburger und den ehemaligen Topmanager, zwischen April 2014 und Mai 2015 Unternehmensanleihen und verbriefte Wertpapiere in Höhe von über 13 Milliarden Dollar ausgegeben zu haben, obwohl die Konzernführung zu jenem Zeitpunkt bereits von den Abgas-Manipulationen gewusst habe.

In der Anklageschrift heißt es, Volkswagen habe „die Hunderte von Millionen Dollar“ nie zurückgezahlt, die er bei den Wertpapiergeschäften „auf betrügerische Weise eingenommen“ habe. Der Anwalt von Martin Winterkorn wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters nicht zu dem Fall äußern.

Volkswagen erklärte, man werde sich energisch gegen die beispiellose Klage zur Wehr setzen. Die Wolfsburger wollen „erhebliche juristische und inhaltliche Mängel“ erkannt haben. Die beanstandeten Wertpapiere seien an Großanleger verkauft worden. Einzelne Investoren hätten keinen Schaden davongetragen und sämtliche mit den Papieren verbundenen Zahlungen vollständig und pünktlich erhalten, schreibt Reuters unter Berufung auf einen Volkswagen-Sprecher. Deswegen seien die Anschuldigungen der SEC „unbewiesen“.

„Bedauerlicherweise versucht die SEC nun, noch einmal draufzusatteln“

Der Konzern erinnerte auch daran, vor gut zwei Jahren einen Vergleich mit dem US-Justizministerium, fast allen Bundesstaaten und rund einer halben Million Kunden geschlossen zu haben. Mehr als 25 Milliarden Dollar hatte jener Deal den Autobauer gekostet. „Bedauerlicherweise versucht die SEC nun, noch einmal draufzusatteln“, hieß es am Freitag aus Wolfsburg.

Insgesamt hat Volkswagen die Aufarbeitung des Diesel-Skandals bislang sogar rund 29 Milliarden Euro gekostet. Weltweit laufen noch zahlreiche Verfahren gegen den Konzern. In den USA sind zudem 13 Personen wegen der Affäre angeklagt, darunter auch Winterkorn. Gegen ihn erließ die US-Justiz auch einen Haftbefehl. Sie wirft dem langjährigen Konzernchef Täuschung der Behörden vor.

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