Dieselnachrüstung: Freie Werkstätten wittern ihre Chance

Spezial-BIX befragt Kfz-Betriebe

| Autor: Jakob Schreiner

Im Juni 2019 hat das Kraftfahrt-Bundesamt dem ersten Nachrüstsystem die Freigabe erteilt.
Im Juni 2019 hat das Kraftfahrt-Bundesamt dem ersten Nachrüstsystem die Freigabe erteilt. (Bild: ZDK)

Die freien Werkstätten zeigen sich dem Thema Dieselnachrüstung deutlich aufgeschlossener als ihre markengebundenen Kollegen. Zwei Drittel der freien Servicebetriebe haben sich bereits intensiv mit der Nachrüstung befasst, wie eine aktuelle Spezial-BIX-Befragung ergeben hat. Dagegen haben nur 39 Prozent der Vertragspartner angegeben, sich überhaupt schon mal mit der Thematik beschäftigt zu haben. Und das, obwohl das Interesse ihrer Kunden größer scheint als bei den Freien. Über ein Viertel der Autohäuser gaben an, dass sich Kunden über die Nachrüstung bei ihnen informiert haben. Mit 21 Prozent bei den freien Betrieben ist die Nachfrage von der Kundenseite etwas geringer ausgefallen.

Deutliche Unterschiede gibt es bei den Antworten, die interessierte Kunden in den Kfz-Werkstätten erhielten. Nicht einmal ein Drittel (29 %) der Markenhändler rieten zu einer Nachrüstlösung. Bei den freien Betrieben liegt die Empfehlungsrate hingegen bei 42 Prozent.

Video: Fakten zu Diesel und Nachrüstung Die Nachrüstung von Dieseln ist in aller Munde. Spannende Fragen hierzu lauten: Welche Systeme gibt es? Wie kommt es zu Emissionsproblemen? Wie lassen sie sich in den Griff bekommen? Und welche Kosten entstehen?
Jan Rosenow, Ressortleiter Technik & Service, trägt die Fakten zusammen, informiert über Prozesse, Methoden und die Verfügbarkeit. Zum Video.

Die mit Abstand bekanntesten Anbieter dafür sind übrigens die Unternehmen HJS und Oberland Mangold, die allerdings auch seit geraumer Zeit als Anbieter für vieles rund um die Abgasnachbehandlung am Markt aktiv sind. Aber auch auf die SCR-Nachrüstung spezialisierte Unternehmen wie Dr. Pley oder Baumot sind bereits einigen Kfz-Betrieben ein Begriff.

Verwunderlich ist das nicht, schließlich erzielen die freien Kfz-Betriebe mit dem Erhalt und der Reparatur älterer Fahrzeug einen Großteil ihres Umsatzes, während die Markenhäuser auch mit dem Neuwagenverkauf ihr Geld verdienen. Und nicht alle Marken sind gleichermaßen von den Nachwehen der Dieselaffäre betroffen.

Dieser Unterschied wird auch bei der Beantwortung der Frage deutlich, ob die Betriebe den Einbau eines Systems durchführen würden. 57 Prozent der Markenhäuser und 80 Prozent der freien Werkstätten würden entsprechende Systeme einbauen.

Erst im Juli 2019 hat das Kraftfahrt-Bundesamt nach monatelanger Diskussion dem ersten NOx-Minderungssystem für Pkw eine Genehmigung erteilt. Neben dieser Genehmigung für einige Volvo-Modelle haben weitere Systeme für Pkw von Mercedes-Benz, die VW-Konzernmarken und BMW sowie einige VW- und Mercedes-Transporter eine Zulassung erhalten.

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