Digitale An- und Abmeldung findet wenig Zuspruch

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Die digitalisierte An- und Abmeldung von Autos soll den Bürger unabhängig machen von den Ämtern und ihren Öffnungszeiten. Doch in der Bevölkerung ist das Angebot noch nicht angekommen. Die Ursache lässt sich nur vermuten.

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Den Gang zur Zulassungsstelle soll ein digitaler Verwaltungsprozess („i-Kfz“) eigentlich überflüssig machen. Doch das Angebot wird selten angenommen.
Den Gang zur Zulassungsstelle soll ein digitaler Verwaltungsprozess („i-Kfz“) eigentlich überflüssig machen. Doch das Angebot wird selten angenommen.
(Foto: Grimm /»kfz-betrieb«)

Die Digitalisierung bleibt aus – zumindest noch im Bereich der Fahrzeugzulassung. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Parlaments hervorgeht, nehmen die Autofahrer die Möglichkeiten der Online-Fahrzeugzulassung bislang nur zögerlich an. Seit der Einführung des digitalen Service im Jahr 2015 gab es in Deutschland knapp 77.000 internetbasierte Außerbetriebsetzungen. Dazu kommen noch 211 Wiederzulassungen – diese sind allerdings „erst“ seit Oktober 2017 möglich.

Zum Vergleich: Jährlich verzeichnet das Kraftfahrt-Bundesamt allein im Pkw-Bereich rund 7,2 Millionen Besitzumschreibungen bzw. 8,6 Millionen (vorübergehende) Außerbetriebsetzungen. Dazu kommen noch derzeit gut 3,3 Millionen Erstzulassungen. Das Potenzial für mehr digitale Abwicklungen wäre durchaus vorhanden.

Das Projekt internetbasierte Fahrzeugzulassung (i-Kfz) des Bundesverkehrsministeriums läuft seit Januar 2015. Ziel ist eine finanzielle sowie zeitliche Entlastung der Bürger und der Behörden durch die Erledigung von zuhause aus. Zum Start, zur Erprobung der Systeme, war nur die Außerbetriebsetzung online möglich. Dennoch steht der nächste Schritt bevor: Ab Herbst 2019 sollen alle Standardzulassungsvorgänge von Privatpersonen über das Internet abgewickelt werden können. Wann Unternehmen die digitale An- und Abmeldung nutzen dürfen, ist noch unklar.

Für das Verfahren ist ein Personalausweis mit Onlinefunktion Voraussetzung, die inzwischen bei geschätzt 25 Millionen Bundesbürgern freigeschaltet ist. Bedeutsamer dürfte eine andere technische Voraussetzung sein: Nötig für die digitale Zulassung ist ein Kartenlesegerät oder ein Handy mit NFC-Schnittstelle. Allerdings liegen der Bundesregierung keine Daten vor, wie verbreitet diese Technik ist.

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