Digitale Fahrzeugscans: So funktioniert der Twinner

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Die tatsächlichen Kosten pro Digitalisierung hängen aber auch von etwaigen Zusatzpaketen ab, die Autohäuser buchen können. Ein Beispiel ist etwa ein sogenanntes Tagging-Paket. Die Dienstleistung besteht darin, dass Experten des Dienstleisters Fahrzeugfotos nach einer Digitalisierung mit Markierungen versehen, die Kaufinteressenten auf besondere Fahrzeugmerkmale wie exklusive Sonderausstattungen oder Beschädigungen hinweisen und diese erläutern. Auch 360-Grad-Ansichten oder die Visualisierung von Nachlackierungen sind solche Zusatzfunktionen.

Twinner spielt gegen Aufpreis auch komplette Fahrzeugdatensätze inklusive Fotos als Inserate auf diversen Online-Vermarktungskanälen aus. Autohäuser haben aber natürlich auch die Möglichkeit die Daten über ihre eigenen Fahrzeugverwaltungssysteme zu steuern.

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Autohäuser, die einen Twinner auf ihrem Gelände installieren lassen wollen, müssen auch eine Reihe räumlicher und logistischer Voraussetzungen beachten. Die Anlage selbst braucht eine Nettofläche von 71 Quadratmetern, brutto sind aber 135 Quadratmeter erforderlich. So muss etwa der Zugang zu Revisionsklappen gewährleitet sein. Außerdem ist eine Stellfläche vor der Kabine für die Bereitstellung eines Fahrzeugs sinnvoll.

Erforderlich für die Installation eines Twinners ist letztlich auch eine überdachte Halle, die die Anlage vor Witterung schützt. Außerdem sind beim Betrieb der Anlage Umgebungstemperaturen in einem Spektrum zwischen fünf und 35 Grad Celsius einzuhalten. Der durchschnittliche Energieverbrauch liegt bei fünf Kilowatt.

Wartung und Reparatur durch Twinner

Wartung und Reparatur der Anlagen erledigt Twinner. Der Dienstleister aus Halle will Betreibern eine werktägliche Nutzung ohne größere Einschränkungen gewährleisten, sagt Hoffmann. Alle Anlagen würden stets auf neuestem technischen Stand gehalten und mit neuen Sensoren für weitere Nutzungszwecke ausgestattet, sobald diese verfügbar sind und die Technologie ausgereift ist. Autohäuser können dann stets entscheiden, ob sie diese nutzen wollen oder nicht.

Twinner empfiehlt Autohäusern, die Anlagen von spezialisierten Mitarbeitern bedienen zu lassen. Diese sollten auch mit Herstellerstandards vertraut sein, die auf Fahrzeugfotos gegebenenfalls zu berücksichtigen sind (z.B. Lenkrad- oder Sitzstellung, Stellung der Lüftungsschlitze). Der zeitliche Schulungsaufwand liegt nach Angaben Dienstleisters bei weniger als einem Tag.

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