Dragonfly: Elektroauto ohne Stromanschluss

Autor / Redakteur: sp-x/gr / Andreas Grimm

Der Genfer Salon hatte für die Besucher in diesem Jahr abseits der klassischen Fahrzeugkonzepte wenig zu bieten. Eine Ausnahme war das E-Auto Dragonfly des Schweizer Unternehmens Catecar.

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Ökologisch ziemlich korrekt: Der Dragonfly von Catecar war eines der wenigen Autos in Genf, das sich um umweltfreundlichen Autoverkehr kümmerte.
Ökologisch ziemlich korrekt: Der Dragonfly von Catecar war eines der wenigen Autos in Genf, das sich um umweltfreundlichen Autoverkehr kümmerte.
(Bild: Catecar)

Der Internationale Auto-Salon in Genf hat zwar seine Tore geschlossen, doch auf den Datenspeichern findet sich noch allerhand Material über die Aussteller und ihre Ideen. Ein Beispiel dafür ist der Dragonfly der Firma Catecar – letztlich ein Vertreter der rar gesäten Elektroautos dieser Messe.

Die Firma Catecar zeigte nachhaltige Mobilität auf Schweizer Art: Zu sehen war für die Besucher die Studie Dragonfly, ein teilweise aus nachwachsenden Materialien gebautes E-Auto, das auf Ladestationen verzichten und während der Fahrt sogar die Luft reinigen kann.

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Der Dragonfly ist eine Leichtbaukonstruktion mit freundlichem Gesicht und einer etwas rustikal gestalteten Fahrgastzelle, die vier Sitzplätze bietet. Das Fahrzeug ruht auf einem Gitterrohrrahmen aus Aluminium, die Karosserieteile sind aus Flachs gefertigt. Dank dieser Bauweise und einer relativ kleinen Batterie bringt das Fahrzeug lediglich 560 Kilogramm auf die Waage.

Der Stromspeicher wird über Solarzellen aufgeladen. Pro Stunde kann die Photovoltaikanlage regenerative Energie für 4 Kilometer Fahrtstrecke produzieren. Im Kurzstreckeneinsatz könnte man den Dragonfly somit als weitgehend autarkes Fahrzeug nutzen. Will man weitere Strecken zurücklegen, übernimmt ein benzingetriebener Range-Extender mit 10 kW/14 PS Leistung die Stromversorgung des 11 kW/15 PS starken E-Motors.

Der Range-Extender soll bis zu 1.000 Kilometer Reichweite mit einer Tankfüllung garantieren. Als Besonderheit hat der Dragonfly einen Filter an Bord, der laut Herstelleraussagen bis zu 100 Kubikmeter Luft während der Fahrt von Feinstaub reinigen kann.

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Als Märkte für den Dragonfly hat Catecar vor allem Entwicklungsländer im Fokus. Dorthin könnten die Schweizer schlüsselfertige Produktionsanlagen liefern, die es Partnern vor Ort ermöglichen soll, mit einer relativ kleinen Investition eine Produktion zu starten.

Der Dragonfly ist nicht das erste Projekt dieser Art. Bereits im Jahr 2012 hatte Catecar etwa einen Kleinstwagen mit Range-Extender vorgestellt. Das Auto war 3 Meter lang, 1,5 Meter breit und 1,45 Meter hoch und wog 350 Kilogramm. Den Verbrauch gab Catecar damals mit 1 Liter auf 100 Kilometern an.

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