DUH wirft Autohändlern systematische Täuschung von Kunden vor

ZDK: „Bezeichnend für die Scheinheiligkeit der DUH“

| Autor: Christoph Seyerlein

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.
DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. (Bild: Robert Lehmann / DUH)

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeug-Gewerbe (ZDK) sind am Dienstag aneinander geraten. Auslöser war eine Mitteilung der DUH, in der diese der Autoindustrie und Händlern vorwarf, Kunden beim Spritverbrauch und den CO2-Emissionen von Neuwagen systematisch zu täuschen.

Die Branche würde Fahrzeuge mit weit niedrigeren Verbrauchs- und Abgaswerten bewerben, als dies in der Realität der Fall sei, so der Verein. Dabei warf die DUH zudem dem Bundeswirtschaftsministerium vor, die Autokonzerne „aktiv zu bevorteilen“ und eine Novellierung der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) seit Jahren zu verzögern. Aktuell ist in jener Verordnung noch die Angabe von NEFZ-Werten vorgeschrieben, die DUH fordert dagegen die Ausweisung von WLTP-Daten.

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Eine Reaktion auf jene Anschuldigungen folgte prompt vom ZDK. Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz teilte mit: „Es ist an Zynismus nicht zu überbieten, wenn die DUH dem Kfz-Handel hier eine systematische Täuschung von Neuwagenkunden vorwirft.“ In Bonn sei man empört über die DUH-Mitteilung.

Koblitz: „Bezeichnend für die Scheinheiligkeit der DUH“

Der Handel habe gar keine andere Wahl, als sich bei der Verbrauchskennzeichnung an das geltende Recht zu halten. Dieses sieht noch die Angabe der NEFZ-Werte vor, wie die DUH selbst beklagt.

Weiter sagte Koblitz: „Gerade die DUH verfolgt Autohäuser bei der kleinsten Abweichung von den Bestimmungen der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung erbarmungslos und füllt sich mit Abmahnungen die Taschen.“ Es sei bezeichnend für die Scheinheiligkeit der DUH, dass sie den Handel nun gerade wegen der Befolgung dieser Vorgaben an den Pranger stelle.

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