Suchen

E-Mobilität bei VW: „Werden mit unseren Volumen-Prognosen total daneben liegen“

Autor: Christoph Seyerlein

Erst kürzlich hatte Volkswagen-Chef Herbert Diess erklärt, dass der Autobauer beim Absatz von E-Autos bislang hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist. Glaubt man Vertriebsleiterin Silke Bagschik, wird das aber nicht mehr lange so bleiben.

Firmen zum Thema

Silke Bagschik leitet Vertrieb und Marketing der Elektro-Modelle bei VW.
Silke Bagschik leitet Vertrieb und Marketing der Elektro-Modelle bei VW.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen bekräftigt einmal mehr seinen eingeschlagenen Elektro-Kurs. Kürzlich erklärte Konzernchef Herbert Diess, E-Autos würden Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren bereits 2026 ökologisch und ökonomisch davon fahren. In einer Diskussionsrunde untermauerte nun auch Silke Bagschik, die bei der Kernmarke VW Pkw den Vertrieb und das Marketing der Elektro-Modelle verantwortet, diese Auffassung.

„Ich glaube, es wird passieren, dass wir mit unseren Volumen-Prognosen total daneben liegen“, erklärte sie. Bagschik zeigte sich aufgrund der Rückmeldungen auf den ID 3 und den ID 4 optimistisch, dass der Hersteller die eigenen Elektro-Absatzziele deutlich übertreffen könne. Am Montag hatte VW erklärt, für das Auto lägen bislang 38.000 Bestellungen vor – 14.000 Einheiten habe man bereits an Kunden ausgeliefert.

Diess hatte im Gespräch mit „Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility“ allerdings auch angemerkt, dass Bagschiks Erwartungen bislang noch nicht eingetreten seien. „Wir haben unsere Absatzziele bei den Elektrofahrzeugen bisher nicht in dem Maße erreicht, in dem wir uns das vorgenommen hatten“, sagte der Volkswagen-Chef.

Aus der Ruhe lassen sich die Wolfsburger dadurch aber offenbar nicht bringen. Silke Bagschik erklärte: „Wenn man der größte Automobilhersteller der Welt ist, dann kann man auch sagen: Wir wissen ja nicht, was ihr alle wollt, aber wir haben jetzt entschieden, da lang zu gehen und wir machen das jetzt.“

Volkswagen sei gerade dabei, das „Henne-Ei-Prinzip“ bei der Elektromobilität zu durchbrechen. „Jetzt kommen die Autos und ich vertraue darauf, dass auch mit dem neuen, riesigen Förderpaket der Bundesregierung ordentlich die Post abgeht. Ich rechne damit, dass auch alle unsere Tankstellenbetreiber in kurzer Zeit verstanden haben werden, dass Elektrofahrer die besseren Kunden sind, weil sie länger bleiben“, sagte Bagschik. Sie erwarte, dass nun auch in Städten die Zahl der Schnellladeparks rasch steige.

Volkswagen will „in jedes Segment ein Elektroauto setzen“

Der Hersteller selbst habe aktuelle eine „unglaubliche Arbeit“ damit, die Vielzahl der Lade-Provider zusammenzuführen und den Angebots-Dschungel für E-Auto-Fahrer an öffentlichen Ladepunkten zu entwirren. VW würde sich mehr Standardisierung wünschen, so Bagschik.

Doch auch das soll den Konzern auf seiner Mission nicht bremsen. „Wir wollen, dass alle Partner sich darauf einstellen, was wir jetzt vorhaben und dass wir das weltweit tun werden.“ Volkswagen werde „in jedes Segment ein Elektroauto setzen, was immer den Regeln folgt, dass es Spaß macht, dass es keinen Grund gibt, es nicht zu lieben“, erklärte Bagschik. Sie zeigte sich überzeugt, dass der Hersteller davon nur profitieren könne. „Ich glaube gerade mit der Vergangenheit, die wir hinter uns haben, tut das unserer Marke verdammt gut.“

(ID:46956134)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«