LEVC Einstieg ins Boomsegment Reisemobil

Autor: Andreas Grimm

Der als Produzent des modernen London Taxis bekannt gewordene Autobauer erschließt sich mit neuen Produkten weitere Märkte. Mit einem Elektro-Camper bedient LEVC gleich zwei Boomsegmente auf einmal.

LEVC will den neu auf den Markt gebrachten Van VN 5 künftig auch als Elektro-Reisemobil anbieten.
LEVC will den neu auf den Markt gebrachten Van VN 5 künftig auch als Elektro-Reisemobil anbieten.
(Bild: LEVC)

Das London Taxi ist Jörg Hofmann, Vorstandschef des unter Geely-Regie wieder auferstandenen englischen Traditionsherstellers LEVC, nicht genug. Schon bei der Vorstellung der ersten Produkterweiterungsrunde – dem Van VN 5 – machte der ehemalige Audi-Manager deutlich, dass er einen Wachstumskurs mit neuen Märkten und neuen Produkten anvisiert. Mit dem E-Camper folgt jetzt der nächste Schritt.

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Mit dem Modell, das auf dem vor Kurzem in Kontinentaleuropa gestarteten Elektro-Van VN 5 basiert, bringt LEVC das derzeit wachsende Interesse am individuellen Reisen im Wohnmobil mit dem wachsenden Bedürfnis nach nachhaltigem Fahren in Einklang. Denn die E-Mobilität ist in der Caravaning-Branche noch nicht richtig angekommen. Erste Angebote wie den holländischen E-Fixxter gibt es aber.

LEVC jedenfalls sieht großes Potenzial in dem Camping-Van, der in Zusammenarbeit mit dem spezialisierten britischen Umrüster Wellhouse Leisure entsteht. Kosten soll das Modell 73.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer!), die Auslieferung wird ab dem vierten Quartal 2021 erfolgen. „Der Markt für Wohnmobile wächst schnell, und obwohl diese Fahrzeuge für Unternehmungen an Küsten und in Landschaften genutzt werden, die oft Nationalparks und Schutzgebiete einschließen, werden sie noch immer mit Benzin- oder Dieselmotoren angetrieben. Das ist ein großer Widerspruch“, erläutert Hofmann den Ansatz.

Zur Ausstattung des E-Campers gehören ein Ausstelldach mit Schlafgelegenheit für zwei Personen, eine elektrische Küchenzeile, ein Klapptisch sowie eine in Längsrichtung verschiebbare Zwei-Personen-Sitzbank. Dank seiner vier Sitz- und Schlafgelegenheiten eignet sich der 5,23 Meter lange Stromer auch als Camper für die Durchschnittsfamilie. Der E-Camper lässt sich mit verschiedenen Gepäckträgern für Outdoor-Freizeitaktivitäten wie Mountainbiken und Surfen ausstatten. Der enge Wendekreis von 10,10 Metern erleichtert das Rangieren in schwierigem Gelände.

Wie der VN5 wird der E-Camper von einem 110 kW/150 PS starken E-Motor an der Hinterachse angetrieben. Strom liefert zunächst ein 31 kWh großer Lithium-Akku, der knapp 100 Kilometer Reichweite erlaubt. Damit die Camper aber nicht fürchten müssen, in der Wildnis liegen zu bleiben steckt im Motorraum zudem ein 1,5-Liter-Dreizylinderbenziner, der als Generator und damit als Range Extender dient. Eine mechanische Verbindung zu den Rädern gibt es nicht. Im Fall einer leeren Batterie kann der Verbrenner Strom für rund 400 weitere Kilometer liefern.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«