Suchen

Erich Sixt: E-Autos sind „ein schwerer Fehler“

| Autor: Christoph Seyerlein

In einer Telefonkonferenz zeigt Erich Sixt ganz offen seine Abneigung gegenüber der Elektromobilität. Seine Kritikpunkte: Zu teuer, zu wenig Reichweite, zu wenig Kundeninteresse. Ein Hintertürchen lässt sich der 73-Jährige aber schließlich doch offen.

Firmen zum Thema

Erich Sixt hält wenig von Elektroautos.
Erich Sixt hält wenig von Elektroautos.
(Bild: Sixt)

Nicht zuletzt für die immer wieder provokante Werbung seiner Autovermietung ist Erich Sixt berüchtigt. Nun hat der 73-Jährige in einer Telefonkonferenz laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ mal wieder klar Kante gezeigt – das Thema: die Elektromobilität.

Sixt ließ dem Bericht zufolge keinen Zweifel daran, was er von E-Autos hält. „Ich glaube nicht an E-Autos, das ist ein politisch schwerer Fehler“, zitiert ihn das Blatt. Sixt stört demnach unter anderem, dass man wichtige Rohstoffe wie Kobalt für die Batterien teuer zukaufen müsse, auch der Aufbau der Ladeinfrastruktur verschlinge Unsummen.

Diese Elektroautos kommen 2018 und 2019
Bildergalerie mit 16 Bildern

Aber auch die fertigen Produkte sind Sixt ein Dorn im Auge: „Die Reichweite ist nach wie vor eine Katastrophe. Sie müssen hier Abermilliarden investieren“, so der 73-Jährige. Schon so mancher Sixt-Kunde habe über die Hotline des Vermieters um Hilfe gerufen, weil er auf der Autobahn liegengeblieben sei, sagte der Chef und Großaktionär von Deutschlands größtem Autovermieter. Generell sei das Interesse an Elektroautos bei Sixt-Kunden sehr gering, nur wenige würden sie ausprobieren wollen.

Eine Ausnahme sei dabei allerdings die Insel Sylt. Dort hat Sixt eine Flotte von etwa 200 BMW i3 und i8 im Angebot. „Da würde ich sofort eines mieten – das ist leise und passt gut in die Landschaft“, sagte der Unternehmer.

Tesla als „Gewissens-Beruhigung für Wohlhabende“

Einmal in Fahrt, holte der Manager direkt auch noch zum Seitenhieb gegen Tesla aus: Wirklich gefragt seien die Autos nicht, sagte Sixt. Er stelle vielmehr einen anderen Trend fest: „Wohlhabende legen sich einen Tesla zur Gewissens-Beruhigung zu.“

Komplett davon überzeugt, dass sich die Konsumenten nicht doch in Richtung Elektromobilität orientieren, ist der 73-Jährige aber offenbar nicht. Zumindest ließ sich Sixt ein Hintertürchen offen: „Wenn ich mich täusche, kaufen wir so viele Elektroautos, wie die Kunden wollen.“

(ID:45329044)

Über den Autor