Erneute Preiserhöhungen von Mobile.de verärgern den Handel

Autor: Christoph Seyerlein

Händler, die Angebote von Mobile.de nutzen, müssen ab dem 1. September 2018 mehr dafür bezahlen. Besonders auf Partner, die viele Autos auf der Plattform inserieren, kommen spürbar höhere Kosten zu.

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(Bild: Mobile.de)

Mobile.de macht zum 1. September 2018 das Inserieren für die Händler teurer. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das das Unternehmen Ende Juli verschickt hat und das »kfz-betrieb« vorliegt. Laut Mobile.de reagiert die Plattform damit auf eine „veränderte Markt- und Wettbewerbssituation“.

Am grundsätzlichen Angebot soll sich nichts verändern, Mobile.de hält wie gehabt an den drei Paketen „Kompakt“, „Komfort“ und „Premium“ mit jeweils zehn Preisstaffeln fest. Händler, die sich für die günstigste Preisstaffel des Komfort-Pakets mit einem Inserat pro Monat entscheiden, zahlen dafür bislang 56,49 Euro. Ab dem 1. September verlangt Mobile.de dann 59,99 Euro. Deutlich größer wird der Aufschlag für Nutzer des Premiumpakets in der höchsten Preisstaffel 70 (bis zu 70 Inserate pro Monat). Sie zahlen ab September mit 869,99 Euro 86,50 Euro mehr pro Monat als bisher.

Die Preise für Inserate, die über das jeweilige Paket-Angebot hinausgehen, staffeln sich in Zukunft folgendermaßen: Kompakt-Kunden zahlen 6,69 Euro (statt bisher 5,59 Euro) für jedes zusätzliche Fahrzeug auf Mobile.de, Händler mit Komfort-Paket 7,69 Euro (6,99 Euro) und Premium-Nutzer 10,39 Euro (9,49 Euro).

Außerdem ändert Mobile.de sein Top-Inserats-Konzept. Künftig wird nur noch ein einziges Top-Inserat oberhalb der Suchergebnisse stehen. Insbesondere in ihrer Region sollen Händler, die das Premium- oder Komfort-Paket gebucht haben, dabei zum Zug kommen.

Handel erwartet Mehrkosten von bis zu 20 Prozent

Der Handel reagiert auf die Ankündigungen aus Berlin verärgert. Für einen Teil der Mobile.de-Partner ist es die zweite Preiserhöhung binnen kurzer Zeit, erst im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen bei den Kosten für das Kompakt-Paket angezogen. Ein Händler sagte auf Nachfrage von »kfz-betrieb«, dass er aufgrund der neuen Preise mit bis zu 20 Prozent Mehrkosten rechne. Ein weiterer Händler, der bislang jährlich bereits mehr als 100.000 Euro bei Mobile.de ausgibt, bestätigte diese Steigerung. Ein dritter sagte, dass er und weitere Kollegen ihren Händlerverband auf das Thema aufmerksam gemacht hätten und dieser schon bald bei Mobile.de vorsprechen wolle.

Auch Mobile.de äußerte sich auf Nachfrage von »kfz-betrieb« am Donnerstag zu den Gründen für die Preiserhöhungen: „Um aktuelle Marktanforderungen zu bedienen und auf Wünsche des Handels zu reagieren, haben wir schon im ersten Halbjahr intensiv und erfolgreich für den Fahrzeughandel gearbeitet“, teilte das Unternehmen mit. Und weiter: „Unser gesamtes Engagement zielt darauf ab, auch weiterhin die Nachfrage für den Handel zu sichern. Vor diesem Hintergrund passen wir im September die Preise an." Über alle Staffeln und Pakete hinweg betrage die Preisanpassung im Schnitt rund 12 Prozent.

In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, Mobile.de würde entgegen anderslautender vorheriger Aussagen seine neue Finanzierungsfunktion an Inseraten – zumindest im Falle einer Herstellerbank – kostenpflichtig machen. Mobile legt Wert auf die Feststellung, dass dies nicht geplant ist. Finanzierungsanfragen von Usern an die bereits feststehenden Partner Santander, BDK und RCI seien für den inserierenden Händler nicht mit Kosten verbunden.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«