Autonomes Fahren Erste Fahrgäste in selbstfahrenden Autos

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Zum ersten Mal fahren in Deutschland Passagiere in einem Shuttle nach Level 4 automatisiert im Straßenverkehr. Die Fahrten buchen sie per App.

Teilnehmer des Projekts „KIRA“ können erstmals in Deutschland nach Level 4 im Straßenverkehr fahren.(Bild:  Deutsche Bahn AG/Oliver Lang)
Teilnehmer des Projekts „KIRA“ können erstmals in Deutschland nach Level 4 im Straßenverkehr fahren.
(Bild: Deutsche Bahn AG/Oliver Lang)

Das Projekt „KIRA“ für den autonomen öffentlichen Personennahverkehr ist zum ersten Mal mit Fahrgästen unterwegs. Kunden können die Shuttles in der Stadt Langen und in der Gemeinde Egelsbach im Kreis Offenbach ab sofort buchen und nutzen. Sie müssen dafür als Testnutzer registriert sein und benötigen die projekteigene App. In der zweiten Jahreshälfte soll dies auch in Teilen von Darmstadt möglich sein.

Kira ist in Deutschland das erste Projekt, in dem autonome Fahrzeuge auf der Automatisierungsstufe Level 4 mit Fahrgästen fahren. Der Projektname KIRA steht für „KI-basierter Regelbetrieb autonomer On-Demand-Verkehre“. Verantwortlich für das Projekt sind die Deutsche Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsverbund, RMV.

Die sechs Fahrzeuge sind in den Betriebsgebieten der regionalen Projektpartner „Heag Mobilo“ und Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach unterwegs. Sie fahren im laufenden Straßenverkehr mit bis zu 130 km/h. Dabei liegt die Entscheidung über alle Fahrmanöver beim Fahrzeug. Während des Erprobungsbetriebs im Projekt ist immer ein Sicherheitsfahrer an Bord. Die Fahrmanöver der Fahrzeuge überwachen Menschen in einer Leitstelle.

„Flexible Kleinbusse 24/7 unterwegs“

Knut Ringat, Vorsitzender der Geschäftsführung Rhein-Main-Verkehrsverbund, sieht Vorteile der Shuttles vor allem in ländlichen Regionen. „Wenn fahrerlose, flexibel buchbare Kleinbusse 24/7 da unterwegs sind, wo heute Linienbusse nur eine Handvoll Mal am Tag fahren, dann wird der ÖPNV für alle verfügbar und deutlich attraktiver“, sagte er laut einer Mitteilung. KIRA setze erstmals in Deutschland im normalen Straßenverkehr autonome Fahrzeuge mit Fahrgästen im Test ein. „Damit machen wir uns auf den Weg, in den 2030er Jahre mit autonomen On-Demand-Shuttles das öffentliche Verkehrsangebot zu ergänzen und vor allem im ländlichen Raum auszubauen.“

Wer mitfahren will, muss sich dafür auf www.kira-autonom.de registrieren. Nach der Anmeldung erfolgt eine Auswahl, weil aktuell nur begrenzt Plätze verfügbar sind.

Test bis Ende 2025 – Verlängerung geplant

Der Testbetrieb ist bis Ende 2025 angesetzt. Eine Verlängerung ist geplant. Das Bundesministerium für Verkehr fördert das Pilot- und Forschungsprojekt mit rund 2,2 Millionen Euro, das Land Hessen trägt weitere finanzielle Mittel bei. Forschungspartner des Projekts sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Karlsruher Institut für Technologie und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen.

Im Rhein-Main-Verkehrsverbund fahren bereits in zehn Gebieten On-Demand-Shuttles mit Fahrpersonal. Autonom, und damit ohne Personal an Bord, könnte der Verbund solche Angebote stärker in Randzeiten und in eher dünn besiedelten Gegenden einsetzen. Betreiberin der autonomen Fahrzeuge ist die DB Regio Bus Mitte. Das DB-Unternehmen „ioki“ stellt die Software für Buchung und Routenplanung und integriert die Softwarekomponenten der Technologiepartner. Mobileye stellt die Selbstfahrtechnologie, HD-Karten und Sensorik zur Verfügung.

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