Nachgefragt Sachmangelhaftung Erste Händler denken an die Rückkehr zum Agenturmodell

Autor Doris Pfaff

Die Änderungen im Gewährleistungsrecht (Sachmangelhaftung) treffen insbesondere das Geschäft der Händler mit den Privatkunden. Worauf sich die Autobranche konkret einstellen muss, erläutert Ulrich Dilchert, Geschäftsführer der Rechtsabteilung vom ZDK.

Ulrich Dilchert, Geschäftsführer der Rechtsabteilung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).
Ulrich Dilchert, Geschäftsführer der Rechtsabteilung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).
(Bild: Promotor)

Redaktion: Werten Sie die nun erfolgten Änderungen im Gewährleistungsrecht für den Autohandel als so dramatisch, wie Sie befürchtet haben?

Ulrich Dilchert: Wir werden unterschiedliche Sachmangelhaftungsregelungen finden, je nachdem ob es sich bei dem Kunden um einen Verbraucher oder einen Unternehmer handelt. Wichtig ist auch, ob unter Umständen die Regelungen über digitale Produkte oder Dienstleistungen zugunsten der Verbraucher eingreifen. Einschneidend ist sicherlich die umfassende Reform des herkömmlichen Sachmangelhaftungsrechts, insbesondere zugunsten von Verbrauchern.

Welche Folgen haben die Änderungen konkret?

Der Begriff des Sachmangels wird zugunsten des Verbrauchers deutlich erweitert. Es werden spezielle Regelungen für Kaufverträge mit „Sachen mit digitalen Elementen“ eingeführt. Das sind Sachen, die ihre Funktion ohne die digitalen Produkte nicht erfüllen können, zum Beispiel Navigationsgeräte. Zukünftig muss der Verkäufer dabei wohl ein Software-Update ermöglichen. Es gelten zudem zukünftig Sonderbestimmungen für den Rücktritt und Schadensersatz.