Scherer-Gruppe Erster Händler setzt neue VW-Innenarchitektur um

Autor: Christoph Seyerlein

Mindestens genauso sehr wie die Autos sollen bei VW künftig die Menschen im Fokus stehen. Wie das neue Showroom-Design der Marke dazu beitragen soll, zeigt die Scherer-Gruppe in Bingen.

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Fahrzeuge sollen beim neuen VW-Designkonzept zwar nicht mehr alleine im Fokus stehen, spielen aber weiter eine wichtige Rolle.
Fahrzeuge sollen beim neuen VW-Designkonzept zwar nicht mehr alleine im Fokus stehen, spielen aber weiter eine wichtige Rolle.
(Bild: Scherer-Gruppe)

Die Corona-Krise hat auch das Ausrollen des neuen VW-Markenerscheinungsbildes im Handel gebremst. Doch langsam nimmt das Thema wieder Fahrt auf. Die Scherer-Gruppe hat nach eigenen Angaben als erster Händler Deutschlands nun mit ihrem neuen Showroom in Bingen die aktuellen Vorstellungen der Wolfsburger umgesetzt.

Der VW-Betrieb am Autobahndreieck Nahetal steht im Zentrum des im Frühsommer 2020 eingeweihten „Auto-Campus“ der Handelsgruppe. Die Veränderungen zum bisherigen Erscheinungsbild der Marke werden vor allem im Verkaufsraum sichtbar. Hier sollen künftig nicht mehr alleine die Autos im Fokus stehen, sondern auch die Menschen.

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Das heißt aber nicht, dass VW-Händler die Modelle der Wolfsburger in Zukunft nicht mehr ansprechend präsentieren werden. Neu ist beispielsweise eine zentrale Highlight-Bühne, auf der wechselnde Fahrzeuge in Szene gesetzt werden können. Farblich dominieren im Showroom Grau- und Blautöne.

Für die Kundenberatung hat sich das Team um Geschäftsführer Christian Scherer etwas einfallen lassen. Die „Konfigurations-Lounges“ sind dem Händler zufolge eine Eigenentwicklung. Sie sind offen zur Verkaufsfläche, bieten durch deckenhohe Abtrennungen nach links und rechts aber genügend Privatsphäre. Die Verkäufer können zudem große Bildschirme, die an den Trennwänden angebracht sind, für die Beratung einsetzen.

„Statt eines zentralen Konfigurationsbereichs haben wir jeden Verkäufer-Arbeitsplatz mit einem eigenen Großbild-Monitor ausgerüstet. Der Kunde hat so die Möglichkeit, die Ausstattungsvarianten im Dialog mit seinem Berater digital visualisiert zu erleben – bis ins kleinste Detail und in aller Ruhe“, beschreibt Christian Scherer.

Möglichst nachhaltig soll es sein

Großen Wert legt die Scherer-Gruppe auch auf Nachhaltigkeit. Im Vergleich zu Referenzobjekten soll das neue Autohaus mit 45 Prozent weniger Energie auskommen. Dazu trägt beispielsweise eine 450 kWp-starke Fotovoltaikanlage auf dem Dach bei. Zusätzlich hat das Unternehmen einen 200-kWh-Stromspeicher angeschlossen, um Lastspitzen abzufangen und überschüssigen Strom zu speichern. Sollte der eigens produzierte Strom einmal nicht ausreichen, will die Scherer-Gruppe ausschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen zukaufen.

Auch außen wird der Umwelt-Gedanke sichtbar: Dort ist eine Wand mit Holzlamellen verkleidet. „Mit der Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz in unserem Bau wollen wir nicht nur einen optischen Kontrast zu den außen dominierenden Werkstoffen Metall und Glas setzen, sondern auch deutlich machen, dass das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle bei unseren Planungen spielt“, sagt Christian Scherer.

Der Geschäftsverlauf nach dem Start liegt trotz Corona ganz klar über unseren Erwartungen. Das zeigt einmal mehr, dass der stationäre Handel in unserer Branche auch in digitalen Zeiten eine wichtige Rolle spielt.

Christian Scherer

Auf dem weitläufigen Auto-Campus (26.500 Quadratmeter) sind neben VW auch sechs weitere Volkswagen-Marken (Audi, Cupra, Seat, Skoda, Volkswagen Nutzfahrzeuge) angesiedelt. Pro Jahr will die Gruppe dort perspektivisch insgesamt 3.000 Neu- und Gebrauchtwagen verkaufen. Den Skoda-Betrieb hat Scherer ebenfalls frisch eröffnet. Mit der Resonanz auf das gesamte Areal zeigt sich Firmenchef Christian Scherer zufrieden. „Der Geschäftsverlauf nach dem Start liegt trotz Corona ganz klar über unseren Erwartungen. Das zeigt einmal mehr, dass der stationäre Handel in unserer Branche auch in digitalen Zeiten eine wichtige Rolle spielt.“

Insgesamt betreibt die Scherer-Gruppe 32 Autohäuser an 20 Standorten in Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und im Saarland. Zum Portfolio zählen neben den bereits genannten Marken auch die Fabrikate Porsche, Maserati und MAN.

Das 1937 gegründete Familienunternehmen beschäftigt mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die Scherer-Gruppe gehört zu den größten Autohändlern in Deutschland. Laut einer Erhebung des Instituts für Automobilwirtschaft summierte sich der Umsatz im Jahr 2019 auf 1,034 Milliarden Euro bei 36.800 Neu- und Gebrauchtwagenverkäufen. Zwei Jahre zuvor hatte der Umsatz noch bei 773 Millionen Euro gelegen.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«