Euro VI bringt Investitionsbedarf

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Trotz des optimistischen Starts in das Geschäftsjahr 2014 haben die Umsätze der Werkstattausrüsterbranche im weiteren Jahreslauf stagniert. Ermutigende Impulse gab es erstmals auf der Automechanika.

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(Foto: ASA-Verband)

„Wir sehen die Branche nach der Automechanika in einem etwas schöneren Licht als vor der Automechanika“, fasste ASA-Präsident Klaus Burger die Entwicklung für die Werkstattausrüster zusammen. In seiner Begrüßungsrede zum jährlichen ASA-Pressegespräch analysierte er den Geschäftsverlauf seit Jahresbeginn. Dem optimistischen Branchenstart folgte in den meisten Segmenten nur die Stagnation. Die Ursachen hierfür sieht Burger in der lahmenden Inlandsnachfrage und den Unsicherheiten in den Krisengebieten Russland und Naher Osten. Auch die Erholung der südeuropäischen Märkte lasse weiterhin auf sich warten, und das Wachstum in China lahme.

Impulse für eine Geschäftsbelebung gebe es allerdings auch: „Wir konnten eine sehr hohe Qualität der Fachgespräche an den Ausstellungsständen auf der Automechanika verzeichnen. Diese positiven Impulse werden sicher noch bis in das erste Quartal 2015 spürbar sein“, resümierte Klaus Burger. Für das nächste Jahr erwartet er eine Nachfragebelebung durch die bevorstehenden Neuerungen bei der periodischen Fahrzeugüberwachung.

Viele Änderungen ab 1.1.2015

Einen Einblick in die Herausforderungen im Werkstattgeschäft, verursacht durch die nächstes Jahr in Kraft tretenden Vorschriftenänderungen, gaben die Fachbereichsleiter Harald Hahn, Jürgen Spieker und Frank Beaujean. Im Einzelnen tritt am 1.1.2015 die neue Scheinwerferrichtlinie in Kraft. Sie gilt zwar zunächst nur für Neuanschaffungen, ist aber ab 2017 für alle Prüfstützpunkte verbindlich anzuwenden. In der neuen HU-Scheinwerfer-Prüfrichtlinie sind die Mindestabmessungen, die Neigung und die Unebenheit der Aufstellflächen exakt definiert. Prüfstellen müssen künftig einen festen und markierten Prüfplatz ausweisen, der den Anforderungen der Richtlinie entspricht.

Bei Neuanschaffungen rät Frank Baujean zu digitalen Scheinwerfereinstellgeräten. So vermeiden sie die Blendung der Mitarbeiter bei den Prüfarbeiten und gestatten die Dokumentation der Prüfergebnisse. Nicht zuletzt lassen sich digitale SEP einfach per Softwareupdate an die Anforderungen für das Prüfen und Einstellen künftiger Lichtsysteme anpassen

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Hoher Investitionsbedarf

Den größten Investitionsbedarf in Deutschland sieht Klaus Burger bei der Modernisierung der Bremsprüfstände. An sie werden mit dem Inkrafttreten der neuen HU-Richtlinie am 1.7.2015 neue Anforderungen gestellt – Stichworte hier sind ASA-Livestream, Rollendurchmesser und Prüfgeschwindigkeit.

Unmittelbare Auswirkungen gibt es auch bei Abgastestern durch den AU-Leitfaden 5. Die wichtigsten Änderungen im Vergleich zur aktuell noch gültigen Version sind:

  • Die Einführung der „World-Wide-Harmonized OBD“ (WWH-OBD) bei Euro-VI-Nutzfahrzeugen
  • Ein verkürzter Prüfablauf mit nur einem Gasstoß für alle Dieselfahrzeuge, sofern der Grenzwert um 30 Prozent unterschritten wird
  • Die Kennzeichnung des verwendeten Prüfwertes und der verwendeten Datenbank auf dem Protokollausdruck
  • Die Anpassung des Prüfablaufs für Elektrofahrzeuge mit Range-Extender
  • Die Einführung eines Prüfablaufs für Krafträder

Die Werkstattbetreiber sollten sich mit dem jeweiligen Gerätehersteller ihres AU-Testers in Verbindung setzen. „Viele Geräte lassen sich mit einem Software-Update für den AU-Leitfaden 5 vorbereiten. Die Werkstattausrüster werden rechtzeitig die entsprechenden Soft- und gegebenenfalls Hardware-Upgrades zur Verfügung stellen“, fasste Fachbereichsleiter Harald Hahn zusammen.

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