Handel stark beeinträchtigt Fehlende Elektronikbauteile machen Renault zu schaffen

Autor / Redakteur: ys/dpa / Yvonne Simon

Aufgrund des weltweiten Chipmangels kann Renault keine verlässliche Vorhersage für die Produktion abgeben. Der Handel in Deutschland leidet bereits stark unter den Engpässen.

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(Bild: Simon/»kfz-betrieb«)

Der weltweite Mangel bei Elektronikbauteilen macht dem französischen Autokonzern Renault erheblich zu schaffen. Wegen fehlender Übersicht sei es zurzeit unmöglich, „eine verlässliche Vorhersage für die Produktion zu machen“, sagte die stellvertretende Generaldirektorin Clotilde Delbos am Donnerstag in Boulogne-Billancourt bei Paris bei der Vorstellung von Geschäftszahlen für das erste Vierteljahr.

Der Konzern hatte noch im Februar mitgeteilt, dass er wegen der Ebbe bei wichtigen Halbleiterprodukten im laufenden Jahr voraussichtlich rund 100.000 Autos weniger bauen werde als geplant. Delbos, die auch Finanzchefin ist, gab dazu keinen neuen Ausblick.

Große Probleme im Handel

In Deutschland leidet der Handel bereits stark unter den Engpässen. „Wir können viele gefragte Fahrzeugvarianten nicht bestellen. Das macht uns zusätzlich zu Corona das Leben schwer“, berichtet Hans-Werner Hauth, Präsident des Verbands Deutscher Dacia und Renault-Partner. Stark betroffen seien unter anderem die Volumenmodelle Clio und Captur. Teilweise könnten Händler Kunden keine Lieferzeiten nennen. Welche Varianten jeweils betroffen sind, ändere sich nahezu täglich.

Zwar bemühe sich Renault, Modelle so mit verfügbaren Teilen umzubauen, dass sie erhältlich sind, doch es sei eine Herausforderung diese Fahrzeuge zu verkaufen, erklärt Hauth, der auch Vorstand der Lüdemann&Zankel-Gruppe ist, einem großen Renault-und Dacia-Händler in Norddeutschland.

Renault-Vertriebsvorstand Lars Bialkowski erklärte zuletzt im Interview mit »kfz-betrieb«, dass für alle Modelle Kaufverträge geschrieben werden können. Außerdem könne man auf große Bestände an noch nicht zugelassenen Fahrzeugen zugreifen.

Leichtes Absatzplus

Zurück zur globalen Bilanz: Der Umsatz des Konzerns sank zu Jahresbeginn leicht um 1,1 Prozent auf 10,02 Milliarden Euro. Von Anfang Januar bis Ende März setzte der Hersteller 665.000 Fahrzeuge ab, das war im Vorjahresvergleich ein Plus von 1,1 Prozent.

Einen größeren Zuwachs erzielte dabei die Marke Dacia mit 121.231 verkauften Einheiten und einem Plus von 10,2 Prozent. Die Kernmarke Renault kam auf 433.662 Fahrzeuge (+ 1,3 %). Lada erreichte mit 90.472 Einheiten nahezu das Vorjahresniveau (- 0,1 %).

Der krisenbelastete Hersteller wird saniert – im vergangenen Jahr hatte der Konzern vor allem wegen tiefroter Zahlen beim japanischen Partner Nissan einen Rekordverlust von acht Milliarden Euro eingefahren. Der neue Generaldirektor Luca de Meo trimmt das Unternehmen auf Rendite. Der Staat hält 15 Prozent der Anteile bei Renault und zieht im Hintergrund die Fäden.

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