Elektro-Ferrari „Eigentlich ist nur das Lenkrad schön“

Quelle: sp-x 2 min Lesedauer

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Ferrari bringt sein erstes E-Auto auf den Markt: den Luce. Das Modell bricht mit einigen Traditionen – und lässt den Börsenkurs des Herstellers abstürzen.

Ferrari hat den Luce vorgestellt – das erste rein elektrische Modell im Portfolio.(Bild:  Ferrari)
Ferrari hat den Luce vorgestellt – das erste rein elektrische Modell im Portfolio.
(Bild: Ferrari)

Mit dem Luce hat Ferrari sein erstes vollelektrisches Serienmodell vorgestellt. Der knapp über fünf Meter lange und rund 2,3 Tonnen schwere Viertürer wurde von der Agentur des IPhone-Designers Jony Ive gezeichnet. Die weit gespannte Dachlinie zieht sich bogenförmig über den Fahrgastraum, während gegenläufig angeschlagene Türen und der Verzicht auf sichtbare Türgriffe für eine futuristische Note sorgen sollen. Das Design wirkt derart markenuntypisch, dass die Ferrari-Fans im Internet die Premiere weltweit mit Hohn und Spott begleiteten. Ein User kommentierte auf zwischengas.com: „Eigentlich ist nur das Lenkrad schön“. Der Aktienkurs des Herstellers rutschte am Dienstag zwischenzeitlich um bis zu acht Prozent ab.

Endlich Platz für Gepäck

Im Innenraum verspricht Ferrari immerhin großzügigere Platzverhältnisse. Da kein Kardantunnel den Fahrzeugboden durchzieht, profitieren vor allem die Fondpassagiere von mehr Platz im Fußraum und mehr Beinfreiheit. Der Kofferraum bietet Platz für fast 600 Liter Gepäck. Das Cockpit kombiniert klassische Bedienelemente mit moderner Digitaltechnik. Rund um das retro-inspirierte Dreispeichenlenkrad gruppieren sich Drehregler, Wippen, Kippschalter und Tasten. Dahinter sitzt ein an der Lenksäule montiertes Display, das unter anderem Tempo, Akkustand, Luftdruck oder G-Kräfte visualisiert.

Die Mittelkonsole ist bewusst reduziert. Hier finden sich ein gläserner Fahrstufenwahlhebel, Fensterheberschalter und eine rechteckige Ablage für den digitalen Signalgeber, der den klassischen Fahrzeugschlüssel ersetzt. Dieser ist aus Gorilla Glass gefertigt und verfügt über ein E-Ink-Display. Rechts vom Lenkrad sitzt ein großer Touchscreen mit verstellbarem Neigungswinkel.

Ergänzt wird er durch physische Klimaschalter und ein kleines rundes Zusatzdisplay, das wahlweise Uhr, Stoppuhr oder Kompass anzeigt. Zwischen den Vordersitzen integriert Ferrari ein weiteres Display mit klassischen Kippschaltern, über das die Fondgäste die Klimatisierung regulieren können.

800 Volt und Elektroantrieb liefert PS

Den Antrieb übernimmt ein auf einer 800-Volt-Architektur basierendes E-System mit vier permanentmagneterregten Synchronmotoren in Radialflussbauweise, wie sie Ferrari bereits beim Hypercar F80 eingesetzt hat. Die beiden Vorderachsmotoren leisten 105 Kilowatt beziehungsweise 201 kW. An der Hinterachse arbeiten zwei jeweils 310 kW starke E-Maschinen, die den Luce bei Bedarf allein antreiben.

Drei Fahrprogramme stehen zur Wahl. Im Modus „Range“ bleiben die vorderen Motoren weitgehend entkoppelt. Die Leistung ist hier auf 320 kW begrenzt, die Höchstgeschwindigkeit liegt wie im Modus „Tour“ bei 260 km/h. In diesem stehen 460 kW zur Verfügung. Im Programm „Performance“ steigt die Leistung auf 725 kW, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 310 km/h. Eine zusätzliche Boost-Funktion mobilisiert kurzzeitig bis zu 772 kW. Damit sprintet der Luce in 2,5 Sekunden auf Tempo 100, die 200-km/h-Marke fällt nach 6,8 Sekunden.

Künstlich erzeugte Fahrgeräusche, bei denen Aktuatoren auch Vibrationen erzeugen, sollen das Fahrerlebnis emotionalisieren. Hinterradlenkung, rechnergestützte Fahrdynamikregelung sowie Torque Vectoring versprechen zudem hohe Agilität.

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Die Energie liefert eine 122 Kilowattstunden große Batterie. Ferrari nennt eine Reichweite von 530 Kilometern und eine maximale Schnellladeleistung von 350 kW. Die ersten Fahrzeuge will Ferrari Ende 2026 ausliefern. Der Luce dürfte allerdings ein exklusiver Anblick bleiben: Das Auto soll deutlich jenseits der Marke von 500.000 Euro kosten.

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