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Fiat 500: Jetzt geht's im Filter richtig rund

| Autor: Ottmar Holz

Platz ist ein rares Gut in den Motorräumen aktueller Fahrzeuge, Gewicht ist zum Leidwesen der Konstrukteure dagegen im Überfluss vorhanden. Eine neue Luftfilterbauart spart viel Platz – und wiegt weniger als bisherige Ausführungen.

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Das neue Filtergehäuse ist 30 Prozent leichter als die bisherige Variante mit Plattenfilter.
Das neue Filtergehäuse ist 30 Prozent leichter als die bisherige Variante mit Plattenfilter.
(Bild: UFI)

Fiat setzt das Motorluftfilter-System „Multitube“ von Ufi erstmals in einem A-Segment-Stadtauto ein. Im kommenden Fiat 500 Hybrid Launch Edition wird das Filterröhrensystem, das auf der Automechanika 2018 Premiere feierte, statt des herkömmlichen Panel-Filters verbaut. Die zwei Multitube-Röhren befinden sich in dem von Ufi entwickelten und gefertigten Filtergehäuse aus Polypropylen, einem leichten und verformungsbeständigen Material. Die Doppelrohrstruktur ermöglicht, das Gewicht des Filtereinsatzes um bis zur Hälfte zu verringern. Ferner ist das Filtergehäuse um etwa 50 Prozent kleiner als ein entsprechendes mit dem üblichen Plattenfilter. Die Röhrenform erlaubt einen strömungsgünstigeren Aufbau. Dadurch kann der Hersteller insgesamt 30 Prozent des Modulgewichts einsparen. Das wiederum senkt den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen.

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Neuartiges Filtervlies

Das synthetische Filtervlies wird nicht wie bisher gefaltet, sondern zu einer Röhre geformt. Es besteht aus hydrophoben Fasern, die nach einem spezifischen Verteilungsgradienten von Durchmesser und Porosität strukturiert sind. So bleibt ihre volle Funktionalität über den gesamten Lebenszyklus des Bauteils konstant. Im Gegensatz dazu verringert sich aufgrund von Materialverformung die Filtrationsleistung herkömmlicher Panel-Filter aus plissierter, Feuchtigkeit absorbierender Cellulose; das wirkt sich negativ auf die Motorleistung und den Verbrauch aus. Der Luft strömt im neuen Multitube-Gehäuse von außen nach innen durch die Struktur aus einer oder mehreren Röhren. Das Tiefenfilterelement zeigt im Gegensatz zu Zellulosepapieren auf Dauer keine Ausfälle in Bezug auf die Wirksamkeit.

Die Multitube-Filtergehäusegröße ist durch die anpassbaren Rohrgrößen, -längen und -durchmesser nicht nur kleiner als ein vergleichbarer konventioneller Filter – der bessere Luftstrom steigert die Motorleistung um rund vier Prozent bei weitgehend freier Formwahl des Filtergehäuses. Fiat kann den durch den zusätzlichen Hybridantrieb weiter verkleinerten Einbauraum besser nutzen. Der Multitube-Filter wurde übrigens erstmals serienmäßig im Porsche GT2 RS eingesetzt.

Höhere Flexibilität, bessere Strömungsdynamik und weniger Gewicht – gepaart mit einer extremen Filtrationsleistung: Diese Faktoren zeichnen Ufis Multitube aus. Tatsächlich garantiert der neuartige Luftfilter laut Firmenangaben eine Filtereffizienz von über 99,5 Prozent.

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 Ottmar Holz

Ottmar Holz

Redakteur Service und Technik