Flüchtlinge starten Kfz-Mechatroniker-Ausbildung

Autor / Redakteur: Johannes Büttner / Johannes Büttner

15 junge Männer aus Syrien, Eritrea und dem Irak erlernen in der Autohausgruppe Peter den Beruf Kfz-Mechatroniker. Zum Ausbildungsbeginn bedankte sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow bei Geschäftsführer Helmut Peter.

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Die neuen Peter-Mitarbeiter mit Geschäftsführer, Ausbilder und Ministerpräsident.
Die neuen Peter-Mitarbeiter mit Geschäftsführer, Ausbilder und Ministerpräsident.
(Bild: Büttner/kfz-betrieb)

Am 31. August 2015 sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren berühmten Satz „Wir schaffen das!“ Genau ein Jahr später leistete die Autohausgruppe Peter ihren Beitrag, dieses Statement in die Tat umzusetzen. Geschäftsführer Helmut Peter überreichte im thüringischen Nordhausen 15 jungen Männern aus Syrien, Eritrea und dem Irak ihre Ausbildungsverträge. Vom 1. September an werden sie in den Betrieben der Peter-Gruppe zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet.

Damit löste Peter ein Versprechen ein, das er Ende letzten Jahres Kanzleramtsminister Peter Altmaier gegeben hatte: Wenn sich die Wirtschaft zu wenig für Flüchtlinge engagiere, werde er eben etwas tun und eine eigene Peter-Flüchtlingsklasse einrichten. Und so erhielten zunächst Anfang des Jahres 14 junge Männer die Chance einer Einstiegsqualifizierung. Zwölf von ihnen plus drei neu Hinzugekommene bilden jetzt die erste Flüchtlings-Ausbildungsklasse im Staatlichen Berufsschulzentrum Nordhausen. Dort werden sie ihre Deutschkenntnisse weiter verbessern und die Kfz-Theorie erlernen; in verschiedenen Betrieben der Peter-Gruppe absolvieren sie ihre praktische Ausbildung. Die soll im Frühjahr 2020 ganz regulär mit dem Gesellenbrief als Kfz-Mechatroniker enden.

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Helmut Peter dankte in Anwesenheit von Prominenz aus Politik und Wirtschaft sowie Medienvertretern aus ganz Deutschland allen, die ihn auf seinem steinigen Weg unterstützt hätten: Landesregierung, Arbeitsagentur, Schulamt, Handwerkskammer und Mitarbeiter der Peter-Autohäuser. An seine neuen Mitarbeiter appellierte er, nun gut zu lernen. Ein schönes Etappenziel sei es außerdem, im Februar den Führerschein zu machen.

Eine Referenz für ganz Deutschland

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow lobte Peter für dessen „Sturheit“, mit der er Politik und Behörden zum gemeinsamen Handeln getrieben habe. „Das Nordhäuser Projekt ist eine Referenz für die ganze Bundesrepublik, weil Sie beweisen, dass der Satz der Kanzlerin nicht falsch war. Sie würde es Ihnen heute danken“, würdigte er Peters Engagement. Zugleich betonte er, dass damit niemandem etwas weggenommen werde. Schließlich seien die 15 Plätze zusätzliche zu den bei Peter üblichen 32 Ausbildungsstellen für deutsche Bewerber geschaffen worden.

Aus dem Programm „Assistierte Berufsvorbereitung und Begleitung durch den Arbeitgeber“ (ABBA) übergab Thüringens Sozialministerin Heike Werner knapp 85.000 Euro als Zuwendung zur weiteren Ausbildungsförderung. Auch die Hersteller seien inzwischen aufgewacht, freute sich Peter. Daimler und Opel hätten ihre Unterstützung angekündigt.

Mehr über das Flüchtlingsprojekt der Peter-Gruppe lesen Sie demnächst im »kfz-betrieb«-Wochenjournal.

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