Suchen

Förderprogramm für Abbiege-Assistenten wird aufgestockt

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Spezielle Assistenzsysteme sollen schwere Unfälle beim Abbiegen von Lkw vermeiden. Doch noch immer sind sie nicht verpflichtend vorgeschrieben. Das Interesse an einer Nachrüstung ist allerdings riesig, daher wird die staatliche Förderung nun aufgestockt.

Firma zum Thema

Der Abbiege-Assistent für Lkw stößt auf großes Interesse. Jetzt soll die Nachrüstung erneut gefördert werden.
Der Abbiege-Assistent für Lkw stößt auf großes Interesse. Jetzt soll die Nachrüstung erneut gefördert werden.
(Bild: Dekra)

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer verdoppelt das Förderprogramm für Lkw-Abbiegeassistenten, um Unfälle beim Abbiegen von Lastwagen zu verhindern. Das Ressort stellt weitere fünf Millionen Euro bereit, wie der CSU-Politiker am Montag sagte. Das Kraftfahrtbundesamt habe bereits grünes Licht für die ersten Nachrüstsysteme gegeben. „Jetzt gibt es keine Entschuldigung mehr, Lkw nicht umzurüsten. Die Straßen müssen noch sicherer werden – für Radfahrer und Fußgänger.“ In Sachen Sicherheit stünden alle in der Verantwortung.

Bisher standen fünf Millionen Euro in einem Förderprogramm für eine freiwillige Aus- bzw. Nachrüstung von Lkw und Bussen mit technischen Systemen zur Verfügung. Laut Ressort wurden mehr als 500 Anträge für rund 3900 Abbiegeassistenzsysteme bewilligt. Scheuer hatte im März die erste Allgemeine Betriebserlaubnis übergeben, so dass die Mittel abfließen konnten.

Der Fördertopf war jedoch bereits Anfang des Jahres ausgeschöpft, die Nachfrage groß. Gerade auch Spediteure haben Interesse an der Technik, wie im vergangenen Jahr die „Aktion Abbiege-Assistent“ zeigte, als etwa Edeka, Netto, Aldi und DB Schenker ihre Lkw öffentlichkeitswirksam nachrüsteten. Das Förderprogramm „Abbiege-Assistenzsysteme“ sollte diese Bereitschaft unterstützen.

Wenn meist erhöht sitzende Lkw-Fahrer Radler oder Fußgänger im toten Winkel übersehen, die sich neben ihrem Fahrzeug befinden, kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Abbiegeassistenten können Warnsignale aussenden oder automatisch bremsen.

Scheuer hatte sich auf EU-Ebene mehrfach für eine verpflichtende Einführung der Systeme für neue Fahrzeuge und Fahrzeugtypen bereits ab 2020 und damit zwei Jahre früher als geplant stark gemacht. Auch jetzt bekräftigte er wieder die Notwendigkeit, die Systeme möglichst schnell zwingend vorzuschreiben. „Das europarechtliche Thema ist, dass wir 2022 und 2024 erst die verpflichtende Einführung haben", sagte Scheuer am Dienstag am Rande der Messe „Transport Logistic“ in München.

(ID:45961150)